Da FAQs in letzter Zeit schwer in Mode sind, und ich die Informationen hier auf dem Board für mich persönlich als nicht ausreichend befunden habe, will ich hier einige Dinge zu wireless lan klarstellen, erklären, oder sonst was. Bitte korrigiert mich, falls ich falsche Informationen in den Text eingebaut haben sollte, Kritik also ausdrücklich erwünscht. Für Anregungen und Ergänzungen Mail an:
Ende der Neunziger Jahre wurden das erste mal verschiedenste, in der Industrie verwendete Standards zur drahtlosen Kommunikation in Netzwerken unter Namen wie IEE 802.11, HomeRF (beide Standards mit jeweils 2Mbit/s) oder IEE 802.11b (11Mbit/s, um ihn wird es in diesem Text hauptsächlich gehen) vereinheitlicht. Die Frequenz von 2.45 Ghz war ursprünglich nur für Anwendungen von Industrie, Wissenschaft und Medizin reserviert, also nicht für öffentlich Zwecke, doch schließlich entschloss man sich, das so genannte ISM (Industrial, Scientific, Medical) Frequenzband auch für drahtlose Kommunikationsstandards wie Bluetooth oder eben Wlan freizugeben.
Der IEE 802.11b Standard wurde von einem Komitee bestehend aus Angehörigen verschiedener Firmen und Universitäten beschlossen. Alle größeren Produzenten von Netzwerkequipment unterstützen den 802.11 Standard.
a) Ad-Hoc Modus
Der Ad-Hoc Modus ist speziell für Anwender geeignet, die kein großartiges Funknetzwerk aufbauen wollen sondern nur mehrere Systeme untereinander verbinden wollen. Der große Vorteil von Wlans die in diesem Modus betrieben werden ist, das keine zusätzlicher Knotenpunkte (sogennante Access Points) eingesetzt werden müssen. Doch dazu später mehr.
Um ein Funknetzwerk im Ad-Hoc Modus zu betreiben, ist also nur jeder Client mit einer Funknetzwerkkarte auszustatten. Ein Ad-Hoc Modus Netzwerk ist aber natürlich auch nicht mit der Performance (=Reichweite) eines Wlans im Infrastructure Mode zu vergleichen, kommt aber viel billiger.
b) Der Infrastructure Mode
Im Infrastructure Mode kommunizieren die Clients nicht direkt untereinander, sonder über den Umweg eines Access Points. Access Points, das sind Funkstationen, die Clients des Wlans untereinander sowie die Clients des Wlans mit den Clients/Servern eines bereits bestehenden wired Ethernet Netzwerkes verbinden, hierzu eine Grafik zu meinem Netzwerk das ich verwende: Hierzu muss gesagt sein, dass es auch wireless-router gibt, also eine Kombination zwischen Router und Access Point, die meistens vom Preis-Leistungsverhältnis besser abschneiden als eine Lösung mit 2 seperaten Geräten.
Eines muss man von Anfang an sagen: Ein Wlan kann nicht so sicher sein, wie ein Herkömmliches Netzwerk, da quasi jeder, der sich unters Fenster stellt Zugang zum Netz hat. Hier ist eine Zugangssperre, die nur bestimmte MACs am Access Point anmelden lässt, sicher das geeignete Mittel. Jede Netzwerkkomponente hat ihre eigene, unverwechselbare MAC. Allerdings ist das ganze mit Vorsicht zu genießen, da man, wenn man es darauf anlegt, auch die MAC verfälschen kann, quasi seine MAC temporär mit einer authorisierten überschreibt.
Der nächste wichtige Punkt ist das ändern der Default Zugangsdaten für die Einstellungen am Access Point, die sehr häufig via WebInterface vorgenommen werden. Dies klingt idiotisch, ABER man glaubt nicht, wie sorglos manche Admins (Auch in Firmen!!!) sind, doch das ist ja nicht nur ein Problem bei Access Points... :-) Für Interessierte bietet das Netz viele Informationen zu diesem Thema.
Sicher eines der Hauptkriterien für die meisten, die mit dem Gedanken spielen sich von der Strippe zu befreien. Die Angaben der Hersteller sind nicht wirklich verschieden, meistens liest man 100m, in Gebäuden die Hälfte und weniger. Natürlich hängt die Reichweite auch von den baulichen Gegebenheiten wie Mauerstärke, Baumaterial usw. ab. Ich persönlich lebe in einem 2stöckigen Haus, alles komplett aus Holz, habe den Access Point an einer etwas exponierten Stelle im 1. Stock installiert und kann an wirklich jedem Punkt im Haus wlanen, sogar noch ein bisschen im Garten. (Jedes Stockwerk ca 100 m²). Hier findet ihr von 3com eine Hilfestellung was und wieviel Equipment ihr benötigt, sind aber nur wirklich vage Tipps...
Die meisten Kartenhersteller liefern sehr gute Analysetools mit, doch seien hier noch einige andere Programme und deren Funktion erklärt:
Netstumbler (http://www.netstumbler.com), Freeware Ein sehr einfach zu bedienendes Scan Tool, schmeisst es einfach mal an, während ihr mit dem Bus durch eure Stadt fahrt, ihr werdet staunen…
AiroPeek (http://www.wildpackets.com), ca 2500 USD Ein Traffic Analyser, sehr kompliziert zu bedienen, aber auch sehr mächtig, wenn es darum geht zu sehen was in einem wlan los is
In der Tat gibt es schon seit längerer Zeit Möglichkeiten die Reichweite von Wlan signifikant zu vergrößern. Zum Einen bieten große, etablierte Firmen wie zb 3com zu astronomischen Preisen Antennen an, zum Anderen lassen kleinere Firmen wie zB Cantenna und Bastler die Produkte der Industrie teilweise recht blaß aussehen, vor allem was das Preis/Leistungsverhältnis angeht, anbei einige Adressen zum (nicht zu komplizierten) Bau einer HomeMade Antenne. Zu beachten ist beim Kauf eines Access Points oder einer Karte lediglich noch, das diese auch mit sogenannten "Pigtails" (Kabel, mit denen die externe Antenne verbunden wird) verwendet werden können, andernfalls ist das Anschließen einer solchen Antenne nicht möglich. Typischerweise erkennt man die Anschlussmöglichkeit einer externen Antenne daran, das eine bereits vorhandene, kleine Plastikantenne abgeschraubt werden kann und in die leere Fassung dann die neue Antenne angeschraubt werden kann, einige Modelle (es ist wirklich nur ein Auszug) seien hier genannt (Wurden von wirelessgarden.com übernommen):
Dlink
DWL900AP
DL-713
DL-714
DL-614
Netgear
alle Modelle
Hier noch Links zu verschiedenen Bauanleitungen:
http://www.nodomainname.co.uk/cantenna/cantenna.htm
http://www.turnpoint.net/wireless/cantennahowto.html
Und noch ein OnlineShop, der von mir nicht getestet wurde, mir aber relativ günstig erscheint für das was er bietet:
http://www.flavia-solva.com/index.html
Auf diesem Bild lässt sich sehr schön erkennen, wo die Sendeleistung der Antenne am Größten ist:
http://www.ivor.it/wireless/cantenna.html
Die nächsten Generationen von Wlan werden (nein, wer hats jetzt erraten :-) ) schneller werden, der nächste Standard mit 54 mbps ist quasi schon durch, es gibt aber auch immer wieder recht erfolglose Vorstösse von einzelen Herstellern eigene Standards mit zB 22mbps einzuführen, was meines Wissens aber noch nicht zu einer Neuordnung des Marktes geführt hat...
Eine Frage die ich mir, als Benutzer eines Accesspoints der 24/7 quasi in meinem Zimmer läuft, schon öfters gestellt habe. Im Netz findet man wenige klare Statements dazu, es werden öfter schwammige Antworten wie zb "...da seit 40 Jahren auf dem Gebiet der Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung auf den menschlichen Organismus geforscht wird und die Entwickler von Wlan Equipment die Ergebnisse dieser Forschungen im Auge behalten, können Hersteller sagen ihre Produkte sind sicher..."
Durch solche Statements überzeugt? Nein, ich auch nicht. Es ist also sehr schwer eine klare Aussage zu machen, da ja auch zu den konkreten Auswirkungen von wlan (logischerweise) keine Langzeitstudien vorliegen.
Auch wenn sicher kein Gehirn sofort gegrillt wird, lohnt es sich doch bei wlan die gleichen Überlegungen anzustellen wie sie bestimmt schon viele Mobilfunkteilnehmer gemacht haben.
Intressante Links:
http://www.wlana.org/learn/health.htm