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Linux-FAQ

Vorwort

Diese FAQ erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit (insbesonders in Bezug auf Rechtschreibfehler ;)). Wenn Du konstruktive Anregungen, Vorschläge oder Wünsche zu dieser FAQ hast, antworte einfach auf den "Linux FAQ" Thread im Linux Forum oder schreibe uns eine Email.

Allgemeines

1 Was ist Linux?
2 Was ist eine Linuxdistribution?
3 Welche ist die beste Linuxdistribution?
4 Kann ich Linux neben anderen Betriebssystemen verwenden?
5 Woher bekomme ich eine Linuxdistribution?
6 Wie installiere ich die freie SuSe Version?
7 Ist es sinnvoll Linux Distributionen über P2P Netzwerke zu beziehen?
8 Wieso gibt es kein Linux 9.x (10,11,12)? Ich wurde im Forum scharf darauf hingewiesen!
9 Warum Linux nicht zwingend besser, als Windows ist?

Hardware

10 Welche Anforderungen stellt Linux an den Rechner?
11 Welche Hardware unterstützt Linux?
12 Wie finde ich einen Treiber für [Gerät einsetzen]?

Software

13 Wo finde ich Software für Linux?
14 Wie installiere ich Software unter Linux?
15 Was sind Paketabhängigkeiten (Dependencies)?
16 Woher bekomme ich den neuesten Kernel?
17 Wie kompiliere ich einen neuen Kernel?
18 Welcher Browser ist empfehlenswert?
19 Ich habe unter Windows [beliebiges Programm einsetzen] benutzt, was kann ich dafür unter Linux nehmen?
20 Kann ich unter Linux meine Windows-Programme weiterbenutzen?
21 Ich habe mein Bootmenü gelöscht(Wie boote ich Linux)?

Dateisysteme, Disketten und Partitionen

22 Wie kann ich auf Windows-Partitionen (CD-ROM-, DVD-Laufwerke, USB-Sticks) zugreifen?
23 Wie greife ich auf Disketten zu?
24 Welche Dateisysteme unterstützt Linux?
25 Wie greife ich auf NTFS Partitionen zu?
26 Wie kann ich die Grösse meiner bestehenden FAT/ext2/ext3-Partition ändern?
27 Kann ich die Festplatte ohne Datenverlust wechseln?
28 Wie kann ich von Windows aus auf meine Linux Festplatten zugreifen?
29 Was sind virtuelle Dateisysteme (Wozu dient /proc, /sys und /dev)?

Sicherheit

30 Warum sollte man nach Möglichkeit nicht als root arbeiten?
31 Datei- und Ordner-Rechte unter GNU/Linux
32 Wie kann ich meinen Linux-Rechner sicherer machen?
33 Stellen Viren/Würmer/Trojaner eine Gefahr dar?
34 Ich habe mein Passwort vergessen!
35 Wie konfiguriere ich meine Firewall?
36 Wie kann ich Verbindungen routen?

Dokumentation und Hilfen zu Linux

37 Wo finde ich HOWTO's und andere Dokumentation?
38 Wie stelle ich Fragen im Forum richtig?
39 Nützliche Links

1. Was ist Linux?

Linux ist ein freier ("free as in free speech, not free beer" - frei wie Freiheit, nicht Freibier), POSIX-kompatibler Open Source-Betriebssystemkern, welcher von einer Vielzahl weltweit verteilter Entwickler unter der Leitung von Linus Torvalds gepflegt und ständig weiterentwickelt wird. Linux bietet alle wichtigen Features, die man von einem modernen Betriebssystem erwartet: Echtes (präemptives) Multitasking, virtuelle Speicherverwaltung, Netzwerkunterstützung für eine Hülle von Protokollen, Unterstützung von 64-Bit Journaling-Dateisystemen und vieles mehr. Genau genommen ist Linux nur der Systemkern, genannt Kernel. Der Rest des Systems besteht hauptsächlich aus GNU-Werkzeugen, Systembibliotheken und weiteren, meist auch freien Programmen. Aus diesem Grund bevorzugen manche auch den Ausdruck GNU/Linux für das Betriebssystem als Ganzes. Ursprünglich wurde Linux für x86-kompatible PCs (ab 386er) entwickelt, im Lauf der Zeit wurde es jedoch auf immer mehr Plattformen portiert, darunter Compaq Alpha, Sun SPARC und UltraSPARC, Motorola 68000, PowerPC(64), ARM, MIPS, HP PA-RISC, IntelIA-64, DEC VAX, AMD x86-64 und noch einige weitere. Auf dem neuesten Stand in Sachen Kernel hält einen die offizielle Website, wo man auch die Archive der Kernel-Mailingliste einsehen kann.

 

2. Was ist eine Linuxdistribution?

Eine Distribution ist eine Zusammenstellung von zu Paketen "verschnürten" Programmen, die bequem mit einem Paketmanager wie dpkg oder rpm installiert bzw. deinstalliert werden können, dem Linux-Kernel sowie einem Installer, um das System überhaupt installieren zu können. Jede Distribution hat eine eigene Versionsnummer (z.B. RedHat 9.0 oder Debian 3.0), die sich von der Versionsnummer des Linux-Kernels (derzeit aktuell Linux 2.4.27 und Linux 2.6.7) unterscheidet. Deshalb gibt es kein "Linux 9.0" und wird es auf absehbare Zeit auch nicht geben. Firmen, die solche Distributionen zusammenstellen sind beispielsweise Mandrake, RedHat oder SUSE. Es gibt aber auch einige freie Distributionen wie Debian oder Gentoo, die von unbezahlten Entwicklern zusammengestellt werden. Man kann sich seine Distribution auch selber zusammenstellen und so sehr viel über den Aufbau eines GNU/Linux Systems lernen, dazu bietet Linux From Scratch ausführliche Anleitungen. Zu einem Überblick über die schiere Flut von Distributionen versucht DistroWatch zu verhelfen.

 

3. Welche ist die beste Linuxdistribution?

Eine beste Linuxdistribution gibt es schlichtweg nicht! Jeder hat andere Vorstellungen, wie seine ideale Distribution aussehen soll und das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vor allem aber lassen sich die meisten Aufgaben mit jeder Distribution gleichwohl erledigen, wenn überhaupt unterscheidet sich dabei das Vorgehen leicht. Für Anfänger bieten sich Mandrake, RedHat oder SUSE (in keiner bestimmten Reihenfolge) an, da diese Distributionen auf den Massenmarkt abzielen und daher einfach zu installieren und benutzen sind. Durch die weite Verbreitung findet man auch relativ leicht Hilfe im Internet, beispielsweise im Usenet. Viele "Profis" greifen am ehesten zu Debian, da diese Distribution sehr ausgereift und "sauber" ist, dafür aber auch etwas Linux-Erfahrung voraussetzt. Wieder andere bevorzugen Slackware oder Gentoo, zwei Distributionen, bei denen man eine sehr große Kontrolle über das System hat und womit man, vorausgesetzt man weiß was man tut, sehr flexibel arbeiten kann. Wer sich näher mit dem Aufbau und der Funktionsweise einer Linuxdistribution befassen will, sollte sich Linux from Scratch ansehen.

 

4. Kann ich Linux neben anderen Betriebssystemen verwenden?

Ja. Die Linux-Bootpartition sollte am besten eine primäre Partitionsein, Linux hat aber auch keine Probleme damit, in einer erweiterten Partition installiert zu werden. Ein Bootloader (z.B. LILO oder GRUB)wird dabei in die Linux-Bootpartition, nicht in den MBR, installiert und diese Partition anschließend mit fdisk als Bootpartition eingetragen. Der Bootloader kann dann so konfiguriert werden, dass man beim Start des PCs das Betriebssystem auswählen kann. Will man sowohl Windows als auch Linux installieren, sollte man mit Windows beginnen, da dieses den MBR überschreibt und so den Bootloader verdrängt (Siehe auch "Q20: Ich habe das Bootmenü überschrieben"). Ein gleichzeitiger Betrieb beider Betriebssysteme ist im Übrigen nicht möglich.

 

5. Woher bekomme ich eine Linuxdistribution?

Die meisten Distributoren bieten ihre Distribution zum freien Download an. Auf der Seite LinuxISO.org findet man eine Reihe verschiedener Distributionen als ISO-Image zum Download. Diese (ISO9660) CD-Abbilder sollten sich unter jedem Betriebssystem mit einem geeigneten Brennprogramm brennen lassen. Wenn man keinen Brenner besitzt, kann man sich z.B. bei linISO.de eine Auswahl von Distributionen gegen ein kleines Entgeld bestellen. Außerdem bieten mittlerweile viele Computerhändler bekanntere Distributionen im Laden oder im Internet an. Diese Distributionen kosten deutlich mehr als die herunterladbaren, dafür bekommt man in der Regel aber auch ein gedrucktes Handbuch oder zumindest eine gedruckte Installationsanleitung, was besonders Einsteigern den ersten Kontakt mit Linux enorm erleichtern kann. Diese gekauften Versionen beinhalten meistens auch noch telefonischen Installationssupport über einen bestimmten Zeitraum. SUSE bietet ihre Distribution seit Version 9.1 wieder zum Download an, man bekommt neben der Live-Evaluation genannte Version nun auch wieder SuSe Personal.

 

6. Wie installiere ich die freie SuSe Version?

Seit kurzem bietet Suse auch freie CD-ROM Images zum Download an. Diese dürfen von jedem installiert und benutzt werden. Die freie Suse Version unterscheidet sich nur unwesentlich von den kommerziellen Distributionen, die im Laden erhältlich sind. Lediglich einige kommerzielle Programme, die der Kaufversion beiliegen, fehlen. Zubeziehen sind die ISO-Images über die üblichen Suse Mirrors, etwa:

ftp://ftp.ntua.gr/pub/linux/suse/i386/

ftp://ftp.solnet.ch/mirror/SuSE/i386/

Gesucht sind jeweils die Images mit dem NamenVersionsnummer-personal (zum Beispiel 9.1-personal). Diese sind herunterzuladen, zu brenen und dann von der ersten CD zu booten.

Es empfiehlt sich nach der Installation, etwa für Suse 9.1 folgende Daten in Yast einzugeben:

ftp-stud.fht-esslingen.de/pub/.1/ftp.suse.com/pub/suse/i386/9.1

Abgesehen von den erwähnten kommerziellen Paketen, entspricht diesdann einem vollwertigen Suse Linux (oder schon bald™ Novell Suse Linux:) ).

RPM-Pakete für nicht standardmäßig enthaltene Programme (mplayer,...) gibt es auf http://packman.links2linux.org/.

Für die Besitzer eines DVD-Brenners, findet sich hier eine Anleitung zum Erzeugen eines DVD-Abbildes.

 

7. Ist es sinnvoll Linux Distributionen über P2P Netzwerke zu beziehen?

Nein, nein und nochmals nein. Im Gegensatz zu Konkurrenten auf dem x86-PC Markt sind Linux Distributionen und BSD Derivate frei. (siehe auch Frage 1). Was bei Linux Distributionen effektiv bezahlt wird, ist nicht die Software. Wer im Laden Suse, oder Konkurrenzprodukte vonMandrake, RedHat & Co. kauft, bezahlt nicht für Linux und die mitgelieferten Programme, sondern für die Verteilungsmedien (CD-ROM, DVD-ROM), Handbücher und vor allem Installationssupport. Viele Distributoren legen ihren kommerziellen Versionen noch einige kommerzielle Programme bei (Suse's Yast gehört hier nicht mehr dazu!) - diese rechtfertigen den Preis.

Alle großen Linux Distributoren bieten aber auch freie, uneingeschränkte, ISO-Images auf ihren Herstellerseiten zum Download an. Diese sind absolut gleichwertig zu den äquivalenten kommerziellen Versionen, es sei denn man ist auf Herstellersupport angewiesen (was für Firmenkunden etwa oftmals entscheidet).

Wer es nun trotzdem für nötig hält diese kommerziellen Versionen aus P2P-Netzwerken zu beziehen, dem ist nicht zu helfen, der sollte lieber gleich die Finger von Linux lassen (siehe auch die Q9).Viele dieser Images aus P2P Netzwerken sind außerdem manipuliert! Aufgrund des Umfangs einer Linux Distribution ist es nicht schwer für potenzielle Angreifer, sich hier Hintertüren zu öffnen

Achtung: Wir beziehen uns hier ausdrücklich auf die kommerziellen Ausgaben der Linuxdistributoren, einige Anbieter (etwa RedHat), verteilen offiziell ihre Images über Bit Torrent. Diese downzuloaden ist natürlich absolut legitim und auch sinnvoll. Hier sollte man aber auf jedem Fall nur Links von Herstellerseiten benutzen, oder zumindest die MD5 Prüfsummen verifizieren.

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