Auf den einschlägigen Undergroundseiten erwarten den "experimentierfreudigen" Surfer nicht immer nur die neuesten Szenenews und die aktuellsten Goodies, sondern auch so manche unliebsame Begleiterscheinung. In kaum einem anderen Bereich trifft man so oft auf Pop-Ups, Pop-Unders, Dialer und Aufforderungen zum Voten. Gerade die Seiten mit illegalen Inhalten - also Crackz, Serialz und Warez - gibt es nahezu nicht mehr ohne unerwünschte Zugaben. Um Software ausgiebig und unbeschränkt nutzen zu können, nimmt der Eine oder Andere das dennoch in Kauf. Es geht schliesslich nicht nur um das Geldsparen, sondern auch um Sammelleidenschaft.
Gewußt wie - oder: Wie surfe ich im Underground?
Undergroundseiten mit illegalen Downloads werden heute weitaus weniger verlinkt, als das sie über Suchmaschinen gefunden werden. Dazu reicht im Allgemeinen die Eingabe des Namens und der Version des Programms, das durch Crackz oder Serialz freigeschaltet werden soll. In grösseren Suchmaschinen wie google ist evtl. noch die Verknüpfung mit dem Begriff crack oder serial notwendig, aber im Grunde kann man sicher sein, dass nach Eingabe von Superprogramm crack eine grosse Anzahl von Seiten gelistet werden, die angeben, Cracks oder Serials für Superprogramm bereitzustellen.
Da Suchmaschinen heutzutage meist eine automatische Volltextsuche benutzen, kann man prinzipiell jede Suchmaschine benutzen. Es gibt natürlich auch Suchmaschinen, die auf Undergroundseiten spezialisiert sind. Hierzu zählt neben der bekannten astalavista.box.sk auch die neue gulli:search.
Klickt man dann auf einen Link aus dem Suchergebnis heißt das aber noch lange nicht, dass dort die heißersehnte Ware bzw. Information zu finden ist. Sehr oft ist es nämlich nicht einmal leicht, die erwünschte Seite überhaupt zu finden, weil man zunächst mit immer wieder aufpoppenden Pop-Ups zu kämpfen hat. Dagegen hilft es, den Browser dementsprechend sicher einzustellen und z.B. Javascript nicht zuzulassen. Eine Anleitung für den Internetexplorer ist hier zu finden. Allerdings möchte man ja im Grunde nicht generell auf Javascript verzichten, viele gute Webseiten setzen es schliesslich gezielt ein...aber halt zum Guten. Wer einen Zweitbrowser sein eigen nennt, kann natürlich den einen Browser sicher einstellen und den anderen bequem. Firefox bietet sich hier an, da er wesentlich umfangreichere Sicherheitseinstellungen bietet als der Internetexplorer, problemlos dessen Favoriten importiert und mit vielen weiteren Stärken dem IE überlegen ist.
Eine andere und zudem noch wesentlich sicherere Methode ist die Verwendung eines einstellbaren Proxy-Servers. In der Onlinevariante surft man einfach zu der Proxyurl, gibt die gewünschte Seitenurl in ein Eingabefeld und stellt gegebenenfalls noch einige Optionen ein. Jeder weitere, verlinkte Hyperlink wird von da an über den Proxy geöffnet.
Nein, leider kommt man auf diese Art und Weise nicht immer zum Ziel. Oft sind die Links zu den einzelnen Downloads oder Serial-Infos über Javascript realisiert. In diesem Fall ist der Weg bis dahin aber immerhin schon geschafft und schlussendlich muss nur noch diese eine Seite mit aktiviertem Javascript geöffnet werden.
Wiederum schade ist, dass damit die Probleme häufig erst beginnen. Oft genug poppt beim Klicken auf den Downloadlink nämlich zunächst einmal das Downloadfenster einer Einwahlsoftware auf. Nur über diese sei es möglich an die Cracks oder Serials zu kommen. ABER ... das stimmt oft einfach nicht. Schafft man es, die teilweise sehr hartnäckigen Dialerdownload-Fenster zu schliessen (am Besten geht das über ALT+F4), erscheint das eigentliche Downloadfenster für die Crackz oder halt die Serial-Nummer. Diese Vorgehensweise der Seitenbetreiber wurde letztlich noch bei www.cra***.am und www.ceri***.net beobachtet.
Solange man noch selber entscheiden kann, ob einem der Download die kostenpflichtige Einwahl wert ist oder ob dem Anbieter vertraut wird, ist dies an sich eine legitime Geschichte. Anders sieht es aus, wenn dem Surfer die Einwahlsoftware untergeschoben wird ... wir sprechen von so genannten Hacker-Dialern. Es muss an dieser Stelle gesagt werden, dass Surfen auf Undergroundseiten absolut fahrlässig ist, wenn man Windows-Standardeinstellungen benutzt und keine vorbeugenden Maßnahmen trifft. Der beste Schutz ist nach wie vor, die 0190-Nummern von seinem Telefonanbieter sperren zu lassen. Das hat allerdings den Nachteil, dass man dann auch nicht mehr jede verbilligte Vorwahlnummer benutzen kann und so manche Telefonhotline nicht mehr erreichen kann.
Es gibt natürlich auch diverse Programme, die Dialer erkennen und entfernen. Diese und weitere Informationen - auch zum Thema "Was tun wenn..." finden sich z.B. bei trojaner-info.de oder dialerhilfe.de.
Mit einem Voting für eine Seite gibt man ihr eine Stimme auf einer Toplist. Ist die Toplist gut besucht und die Seite steht entsprechend oben in der Liste, ist das durchaus eine Empfehlung und die Seitenbetreiber können mit mehr Besuchern rechnen. Es spricht also nichts dagegen, dass man für eine Seite, die einem gut gefällt auch voted. Mitunter ist es jedoch unmöglich an die Goodies zu kommen ohne vorher gevoted zu haben. Hier bleibt es dem "Jäger und Sammler" selber überlassen, zu entscheiden, ob er sich darauf einlässt oder nicht.