ZFone: Verschlüsseltes Telefonieren via VoIP auch für Windows

gullinews am Dienstag, 23.05.2006 17:51 Uhr

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Eine neue Public Beta der VoIP - Verschlüsselung veröffentlichte PGP-Erfinder Phil Zimmerman. Ohne Public-Key-Infrastrukturen erlaubt die Applikation nun auch für Windowsnutzer das verschlüsselte Telefonieren via Internet. Fast noch spannender wie das notwendige Tool gegen den Abhörwahn sind jedoch Zimmermans Gedanken über die Gründe, ZFone zu verwenden, sowie die Bedenken Ed Feltens, der Zimmermans Annahmen nicht zustimmt. Statt immer stärkerer Abhörmaßnahmen befürchtet Felten durch den Trend hin zum verschlüsselten Kommunizieren eine Zunahme spionierender Trojaner.

Zfone ist der späte Nachfolger von PGPfone und unterstützt alle modernem VoIP-Protokolle wie SIP und RTP. Seit der neuen Public Beta ist die Krypto-Lösung für die Internet-Telefonie auch für Windows-Nutzer verfügbar. Linux und MacOsX werden ebenfalls unterstützt.

Die Begehrlichkeiten der Strafverfolger wachsen, auch beim Telefonieren via Internet mitzulauschen. ZFone macht den Schlapphüten einen Strich durch die Rechnung. Indessen ist die wachsende Bedrohung der Bevölkerung durch immer weiter um sich greifende Überwachungsmaßnahmen nicht der Hauptgrund, der nach Zimmerman für die Anwendung der VoIP-Kryptografie spricht. Vielmehr befürchtet er eine neue Welle der Spyware-Seuche im Internet: durch Software, mit der versucht wird, Geschäftstelefonate via Internet abzuhören und Industriespionage zu betreiben. Dagegen soll ZFone helfen.

Die Frage drängt sich auf, ob Zimmerman hier gezielt desinformiert: die Keule Terrorismus wird schließlich gerne geschwungen, wenn es um Überwachung und deren Verhinderung geht, und der Vorwurf liegt nahe, dass seine Software das Ermitteln von terroristischen Aktivitäten erschweren könnte. Hier als Ziel der Software die Vermeidung von Industriespionage anzugeben, scheint einleuchtend. Unter Berufung auf wirtschaftliche Vorteile können Maßnahmen fast ebensoleicht durchgesetzt werden wie solche, die sich angeblich gegen Kinderpornografie oder Terrorismus richten.

Ed Felten, Professor an der Princeton University, hält das Argument jedoch für sehr leicht widerlegbar. Bevor eine Borschaft verschlüsselt audf ihre Reise zum Empfänger geschickt werden kann, muss sie im Klartext in den Rechner eingegeben werden. Eine Spyware, einmal auf dem Rechner aktiv, kann ebensogut das unverschlüsselte Signal abgreifen, bevor es via Kryptomodul verschlüsselt wird. ZFone mag vor Lauschern an den Leitungen schützen, vor Spyware auf dem Rechner jedoch nicht.

Aus eben diesem Grund stellt Felten eine düstere Zukunftsdiagnose. Die Spionage über abgehörte Leitungen werde angesichts der Zunahme verschlüsselter Kommunikation tendenziell abnehmen, der Trend gehe zum direkten Lauschen am Rechner via Spyware. Deren Flut in Zukunft daher zunehmen werde, so seine Prognose.

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8 Reaktionen aus dem gulli:Board

am 25.05.2006 10:33:29:
Skype verschlüsselt doch alle Gespräche, sofortnachrichten standartmäßig mit ich gleuabe 256 Bit AES, so wirds wenigstens angezeigt....

Toady am 25.05.2006 16:37:51:
Skype verschlüsselt doch alle Gespräche, sofortnachrichten standartmäßig mit ich gleuabe 256 Bit AES, so wirds wenigstens angezeigt. Und mit welchem Schlüssel, und wie verifizierst du die Signatur der eingehenden Nachrichten? Du bist hier auf Gedeih und Verderb dem Skype-S...

Genmutant am 25.05.2006 16:57:23:
Soweit ich weiß, ist Wengo doch als Skype Alternative weitaus sicherer, da OS? Ich find nur auf deren homepage keine Angaben zur Verschlüsselungsstärke, gehe aber davon aus, dass sie ähnlich zu Skype sein wird....

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