Ursprünglich war es geplant, das Tool mit dem Namen "Green Dam" ab dem 1. Juli dieses Jahres offiziell in Umlauf zu bringen. Unter anderem sollen neue Rechner mit der Zensur-Software ausgerüstet werden. Abgesehen von der vorinstallierten Variante will man in jedem Fall eine CD beilegen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass es sich aber um keine Zwangs-Installation handelt. Das Aufspielen und Verwenden geschieht auf freiwilliger Basis.
Es hagelte heftige Kritik, von allen Seiten. Neben den betroffenen Anwendern aus China selbst äußerte beispielsweise die EU-Kommission ihre Bedenken an dem Vorhaben. Auch aus den Vereinigten Staaten gab es zahlreiche Vorbehalte. Aus welchen Gründen sich der offizielle Start von Green Dam verzögert, ist derzeit unklar. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie in China hat die Verzögerung jedenfalls bestätigt.
Wirft man einen genaueren Blick auf die Funktionen der Software, so kann sie weitaus mehr, als bisher angepriesen wurde. Vorrangig soll "Green Dam" zum Schutz vor unsittlichen und pornografischen Inhalten dienen. Welche Adressen sich letztlich auf der Filter-Liste einfinden, liegt an der Regierung.
Wie sich inzwischen herausgestellt hat, kann das Tool direkt in das System des Anwenders eingreifen. Das Analysieren und Beenden von bestimmten Prozessen soll für die Software kein Hindernis darstellen. Augenscheinlich handelt es sich um ein Content-Filter-Werkzeug, welches zwar auf freiwilliger Basis eingesetzt werden kann, unter dem Strich aber deutlich mehr Funktionen zur Überwachung bereithält. Zudem sind jüngst einige Bedenken aus den Kreisen von Sicherheitsexperten aufgetaucht. Angeblich wurden mehrere kritische Schwachstellen gefunden. (gS-)
(via WSJ, thx!)
| 11 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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Boardurlaub am 01.07.2009 15:30:17: |
wuselbär512 am 01.07.2009 15:37:43: |
DarkSlayer55 am 02.07.2009 11:09:50: |