Zensur pur im UK: Provider sollen über 800 Kinderpornoseiten sperren

gullinews am Sonntag, 20.07.2008 17:58 Uhr

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So manche Meldung aus England mag niemanden mehr irritieren, wenngleich die Kontrollabsichten dort immer interessantere Ausmaße annehmen. Diesmal geht die Forderung nach Zensur und Kontrolle nicht einmal von der Regierung aus. Nein, vielmehr haben sich einige ehrenamtliche Organisationen wie die National Society for the Prevention of Cruelty to Children (NSPCC) die Blockade auf die Fahnen geschrieben. Laut deren Aussage wäre gegenwärtig rund eine Million Haushalte in der Lage, Websites zu besuchen, die kinderpornografisches Material enthalten. Dies trotz der Tatsache, dass die Regierung bereits vor zwei Jahren eine Zusage gemacht hat, dies unmöglich zu machen.

Gegenwärtig wären rund 5 Prozent der englischen Breitbandkunden in der Lage, solche Seiten anzusurfen, da ihre ISPs eine Unterschrift auf einem Vertrag mit der Internet Watch Foundation verweigerten, welcher die Blockade bekannter pädophiler Seiten fordert. Eine entsprechende Liste bekannter Seiten liegt nämlich vor. Sie umfasst gegenwärtig zwischen 800 und 1200 Seiten und wird zweimal täglich geupdatet. Bereits im Mai 2006 sprach Vernon Coaker davon, dass er auf eine Unterzeichnung der Liste durch alle Provider hoffen würde. Sollte dies nicht bis zum Ende des Jahres geschehen sein, so müsse die Regierung der Industrie nahe bringen, wo ihre Verantwortung liegt. Die Kinderhilfsorganisationen äußerten sich, dass der Zeitpunkt für die Regierung gekommen sei, wo diese "einen Schlussstrich unter das Problem" ziehen müssten, indem man eine absolute Einhaltung durch die Industrie erreiche.

Vergangene Nacht diskutierten zahlreiche ehrenamtliche Kinderhilfsorganisationen wie Barnardo's, die NSPCC sowie einige weitere über die Problematik und kamen zu dem Ergebnis, dass der gegenwärtige Zustand "völlig inakzeptabel" sei. In einem Brief an den britischen Home Office Minister Vernon Coaker wurde dieser aufgefordert, unverzüglich Schritte einzuleiten, um die Kriminalität in diesem Bereich zu senken. Eine konkrete Vorstellung dieser Schritte hat man bereits. So sollen alle Telekommunikationsanbieter, die einen Zugang zum Internet vermitteln, ihren Kunden den Zugriff auf Seiten verwehren, welche kinderpornografisches Material enthalten.

Fragt sich nur, weshalb man nicht gegen die Betreiber der bis zu 1200 bekannten Seiten vorgeht. Stattdessen schlägt man lieber mit der Zensurkeule um sich, damit das Volk diese Inhalte nie zu Gesicht bekommen soll. Diejenigen, die diese Inhalte haben wollen, werden früher oder später sicherlich auch andere Wege finden, um sich die Inhalte zu beschaffen. (Firebird77)

(via guardian, thx!)

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60 Reaktionen aus dem gulli:Board

Sp00kyFox am 30.07.2008 15:27:09:
sry für den langen post, müsst ja nicht alles auf einmal lesen :T also bin auch gegen zensur jeglicher art.. wie schon einge sagten, ein schritt führt zum nächsten, und dann gelangt man zB bald zur zensur von politischen gegnern oder ähnlichem. imo reicht es, dass der besitzt solcher schrifte...

Vebe am 30.07.2008 19:54:39:
Sehe gerade das 4chan nach langer Zeit wieder online ist.Eine ganz ganz böse KinderpornoSeite ;-).Weiter so UK.Gibt noch einen Haufen solch "schlimmer" Seiten die ihr bannen könnt.Andrerseits ob das eure Freunde - die Amis - auch so sehn? Edit: @UK Regierung und die stehn alle in Europa oder Ameri...

am0kk am 01.08.2008 10:54:58:
Macht einfach das ganze Internet dicht! KiPo-Seiten sperren ok, doch wie schon geschrieben werden solche Menschen immer einen Weg finden... Aber auf der anderen Seite wiederum werden solche Seiten erst der ANFANG sein... So wie auch in einem anderen Beitrag hier YOUTUBE von den UK-Politikern gespe...

 

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