gulli: Zensur: Iran gibt erstmals Sperrung von Millionen Websites zu

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19. November 2008

Zensur Iran gibt erstmals Sperrung von Millionen Websites zu

In einem unerwarteten Statement hat erstmals ein Mitglied des iranischen Justizapparates die massenweise Zensur von Onlinemedien eingeräumt. Generalstaatsanwalt Abdolsamad Khoram Abadi erklärte während einer Konferenz, etwa fünf Millionen Websites seien derzeit im Iran gesperrt.

In den meisten Fällen würde die Zensur aufgrund von "unethischen Inhalten" verhängt. Gemeint sind damit Pornographie und andere als unislamisch betrachtete Themen. Nach Angaben von Ismail Radkani, einem Sprecher des für die Zensurmaßnahmen zuständigen Unternehmens, würden jeden Monat infolge eines neuen Gesetzes mehr als tausend solcher Angebote "automatisch" dem öffentlichen Auge entzogen.

"Jeden Tag werden 200 bis 300 unethische Seiten automatisch gesperrt", wird Radkani von der progressiven Seite Rooz zitiert.

Es ist das erste Mal, dass iranische Offizielle konkrete Informationen über die ausufernde Netzzensur in der "Islamischen Republik" herausgeben. In der Tat werden allerdings nicht nur Seiten mit pornographischen Inhalten und anderen gegen die Lehren des Islam verstoßenden Themen zensiert, sondern vor allem politisch unliebsame Internetangebote.

Dazu gehören unter anderem Kritik an der herrschenden Regierung, positive Berichte über andere Religionen als den Islam und Artikel, in denen islamische Lehren anders ausgelegt werden als durch das Regime, positive Nachrichten über Israel und Artikel über Bürger- und Menschenrechte.

Proteste gegen Zensur im IranZu den zensierten Seiten gehören viele Nachrichtenangebote, die aufgrund der immer wieder erfolgten Verbote von Zeitungen ins Netz abgewandert sind, und Blogs. Die iranische Blogosphäre ist eine der aktivisten weltweit. Versuche des Regimes, diese Quelle für unabhängige und kritische Informationen unter seine Kontrolle zu bringen, sind bisher fehlgeschlagen.

Der Iran war unter anderem das erste Land, dass einen Blogger für seine Artikel inhaftierte. Vor zwei Jahren wurde eine Registrierungspflicht für Blogs und Websites eingeführt, die aber kaum befolgt wurde; nur etwa 850 Seiten ließen sich registrieren. Anfang diesen Jahres sorgte ein Gesetzesvorstoß für Unruhe, nach dem "Computerkriminalität", gemeint ist auch das Bloggen über unliebsame Themen, mit dem Tod bestraft werden könnte. (Simon Columbus)

(via ynet news, thx!)

  • Zitat: Die Aussage eines Offiziellen, dass fünf Millionen Seiten zensiert würden, soll einseitig geprägt sein? Das erscheint mir doch leicht unsinnig. Das ist ziemlich sicher eine einfache Tatsache. Das war nicht auf den Artikel an sich gemünzt, sondern eher auf die allgemeine Berichterstattung der gesamten Presse in unseren Regionen. Es wird hier immer schön schnell von undemokratisch und Zensur über ...

    FoobarGT am 21.11.2008 08:38
  • Das sind ja mal Infos,ich finde es nicht oki mus doch jeder selber entscheiden op er auf ne Porno Seite geht oder nicht ,naja andere länder andere sitten !

    Hardschocker am 21.11.2008 08:43
  • Sind News um Leuten eine Freude zu bereiten, da sie ja modern und gebildet sind im Gegensatz zu anderen.

    Xore100 am 21.11.2008 14:38
  • @Hardschocker Naja, eigentlich hast Du recht. Das System dort will seine Leute ja nur vor dem bösen und Menschernverderbenden Unsinn in der Welt schützen. Hier zu Lande versucht man es auch irgendwie, stellt sich aber irgendwie en bissl doof an. Eigentlich sollte man mal unser Fernsehen lieber zensieren, aber dann wüste RTL nich mehr was es senden soll

    FoobarGT am 21.11.2008 21:13
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