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01. Juni 2008

Youtube Prince blockt Radiohead-Song

YouTube hat im Auftrag von Princes Label NPG Records ein Musikvideo von Prince gelöscht. Eigentlich nichts seltsames, denkt man sich anhand der bekanntermaßen sehr strengen Meinung der Band bezüglich des Copyrights und rechtlich legitim. Das sah Thom Yorke allerdings anders: Der Song war nämlich eine Coverversion von Radiohead.

Am 26. April spielte Prince live auf dem Coachella Festival in Kalifornien. Besonders interessant war für Tausende die Inszenierung des Radiohead-Songs "Creep". Wer jedoch bei YouTube nach dem Song sucht, bekommt nur die Meldung zu sehen, dass der Song entfernt wurde - sogar Radiohead selbst. Princes Label NPG Records hat sofort die Sperrung der selbstgemachten Musikvideos veranlasst - wahrscheinlich eine reine Routinemaßnahme.Radioheads Frontman Thom Yorke staunte jedenfalls nicht schlecht, als ihm sein Gitarrist Ed O'Brien erzählt, dass das Video gesperrt war. Yorke fand es nach eigenen Angaben urkomisch, dass sein eigener Song von Dritten entfernt worden war. "Naja, sag ihm, er soll es entsperren. Das ist unser Song" sagte er seinem Bandkollegen - immerhin sei es ihre Aufgabe, die Verbreitung zu akzeptieren oder zu unterbinden. Auf eine Stellungnahme von Google oder Prince wartet Radiohead immer noch.

Unklar ist nun jedoch, wem die Rechte an dem Song gehören. Ist es die Band, die den Song geschrieben und zuerst veröffentlicht hat, oder der Musiker, der ihn gecovert hat? Müssen sich nun etwa beide das Copyright teilen und wenn ja, bleibt dann vielleicht auch noch ein bisschen Recht für den Ersteller des Videos übrig?

Radiohead selbst sieht es jedoch mit dem Copyright etwas lockerer als Prince - und war damit auch erfolgreich. Satte 1,6 Millionen Euro hatte die Band eingenommen, indem sie ihr Album "In Rainbows" zum Wunschpreis angeboten hatten. Jeder Benutzer konnte demnach selbst entscheiden, ob und wieviel er bereit war, für das Album auszugeben. Wieviel die Band durch den Marketing-Effekt mehr verdienen konnten, ist jedoch weiterhin unbekannt. Obwohl die Band dieses Geschäftsmodell vorerst nicht mehr betreiben wird, scheint sie der kostenlosen Verfügbarkeit von Musik jedoch nicht gänzlich abgeneigt. Prince selbst hatte zwar auch schon kostenlos seine Musik verteilt - kassierte dafür aber auch 350.000 Euro im Vorraus. Ideologie scheint es also nicht zu sein, was ihn antreibt. Offensichtlich wurmt es ihn jedoch, dass er für die YouTube-Videos kein Geld bekommt.

(via CNN)

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