gulli: Youtube-Deal: Insider wirft Labels Abzocke von Musikern vor
31. Oktober 2006

Youtube-Deal Insider wirft Labels Abzocke von Musikern vor

Insiderinformationen über den Deal zwischen Google, YouTube und drei großen Labels veröffentlicht Medienmilliardär Mark Cuban auf seinem Blog. Nachgeprüft seien die Vorwürfe nicht, aber er vertraue dem Informanten. Der YouTube-Kritiker berichtet über Deals zwischen Videohoster, Labels und Google, die einmal mehr die Künstler leer ausgehen ließen, deren Videos auf YouTube laufen.

YouTube habe vor dem Aufkauf an Google mehrfach den Labels angeboten, Rechtsstreitigkeiten gegen eine Beteiligung an den Einkünften des Videohosters beizulegen. Dies sei abgelehnt worden - YouTube verdiente zum einen kein Geld, zum anderen sei der Erfolg des Hosters auf zahlreiche vergangene Urheberrechtsverstöße zurückzuführen, für die ebenfalls bezahlt werden solle. Mit dem Aufkauf durch Google hätte sich die Lage diesbezüglich geändert.

Eine halbe Milliarde des Kaufpreises sei laut dem anonymen Informanten zur Seite gelegt worden und nicht an die Anteilseigner von YouTube geflossen, um zukünftige Rechtsstreitigkeiten zu finanzieren. Dies sei nichts ungewöhnliches, Google wäre jedoch besorgt gewesen, ob selbst diese enorme Summe ausreichen würde. Parallel zur Einrichtung der Kriegskasse verfolgte man daher eine weitere Strategie: die zumindest vorläufige Einigung mit möglichst vielen Majors.

Ein Angebot, das um einiges attraktiver war als die bisherigen Vorschläge YouTubes. 50 Millionen konnten die Labels dadurch herausschlagen. Der warme Regen landet dabei vermutlich komplett in den Taschen der Labels. Im Fall von Contentlizenzierungen an YouTube hätte ein Teil der Zahlungen an die Musiker weitergeleitet werden müssen, im konkreten Fall realisierten die Labels reine Unternehmensgewinne durch die Beteiligung an dem Videohoster vor dem lukrativen Aufkauf.

Die Gegenleistung: eine Galgenfrist für YouTube, die Google damit begründet, Techniken zum Blockieren unerwünschter Uploads zu entwickeln. Faktisch diene sie, dem Informanten zufolge, der Festigung der Marktführerschaft YouTubes. Es sei kein Zufall gewesen, dass Universal - eines der Labels, die Deals mit YouTube abgeschlossen hatte, anschließend die Konkurrrenten Grouper und Bolt verklagte.

Auf YouTube dürften jedoch ebenfalls die entsprechenden Klagen zukommen - nur später. Bis dahin könnte bei einigen der Konkurrenten der Geldhahn zugedreht worden sein.

Die Informationen sind mit Vorsicht zu genießen: Cuban ist einer der profiliertesten Kritiker des YouTube-Deals und erklärte vor Googles Neuerwerbung, nur ein Idiot würde YouTube kaufen.

  • 2 Kommentare zum Artikel
  • Insiderinformationen über den Deal zwischen Google, YouTube und drei großen Labels veröffentlicht Medienmilliardär Mark Cuban auf seinem Blog. Nachgeprüft seien die Vorwürfe nicht, aber er vertraue dem Informanten. Der YouTube-Kritiker berichtet über Deals zwischen Videohoster, Labels und Google, die einmal mehr die Künstler leer ausgehen ließen, deren Videos auf YouTube laufen. YouTube habe vor dem Aufkauf an Google mehrfach den Labels ...

    gullinews am 31.10.2006 11:46
  • sollen die es sich ruhig mit den musikern verscherzen, das ist was wir brauchen :-)

    Iderw0od am 31.10.2006 14:00
  • Leider können sich die Musiker nicht wehren.

    talanis am 01.11.2006 12:56

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