Spam und Trojaner - ein Schreckensteam?
Seit Donnerstag, 10.06.2004, quellen die Postfächer wieder einmal über. Das Besondere der aktuellen Spam-Attacke ist jedoch der rechtspolitische Inhalt der unerwünschten Massenmails. Unter Titeln wie "Bankrott des Gesundheitswesens durch Auslaender!" geht es in den Texten hauptsächlich um Ausländerhetze und Links zu faschistischen Webseiten.
Mittlerweile ermitttelt das LKA Schwerin in der Sache, denn zwei Dinge scheinen fest zu stehen: Die Spam-Attacke wurde systematisch und professionell aufgezogen, und die Verantwortlichen kommen sehr wahrscheinlich aus Deutschland. Um die Emails zu verbreiten, bediente man sich eines sogenannten Wurms, eines kleinen Programms, das zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt auf dem infizierten Rechner aktiv wird.
Der hier verwendete Wurm verbreitet sich nicht selber. Er wird von Rechnern, die bereits mit dem Sober.G Wurm infiziert sind, in Form der Datei "doerkggg.exe" aus dem Intenet von people.freenet.de nachgeladen. Der "neue" Wurm wird nun unter der Bezeichnung Sober.H geführt. Nährere Informationen findet man auf der Webseite von F.Secure.
An Spam in Form von massenhaften Werbeemails für Viagra oder oder für Produkte zur Vergrößerung der primären Geschlechtsorgane hat man sich mittlerweile gewöhnt. Und auch die vielen Würmer, Trojaner und Viren stellen in der heutigen Windows-Welt nichts Besonderes mehr dar. Nun scheint die Zeit gekommen, dass die Massenmails auch von Organisationen genutzt werden, denen es nicht um Produkte, sondern um Ideologien geht. Dies geschieht sehr strukturiert, sehr geplant und sehr skrupellos. Dabei wird man auf die neuesten "Technologien" zurückgreifen - auch wenn diese in Würmern, Viren und Trojanern besteht.
Einer Verbindung von Spammern und der politisch rechten Szene ist Holger Bleich vom Internetmagazin c't schon vor einiger Zeit auf die Schliche gekommen. Dazu gab auch eine Plusminus Sendung am 11.03.2003.
Inwieweit die derzeitige Spamflut der Auftakt zu einer neuen Form von Massenmails ist, bleibt abzuwarten. Es muss allerdings das Schlimmste befürchtet werden.