Die Kollegen von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gruben gestern im Netz zahlreiche Beschwerden von Nutzern in diversen Foren aus. Die hatten dem Markenzeichen der ZDF Sendung "Wiso" und auch dem Hersteller Buhl Data Service blind vertraut und fanden sich kurze Zeit später in einem ungewollten Abonement wieder.
Die Software "Steuer-Sparbuch" wird mit einer sogenannten "Aktualitäts-Garantie" ausgeliefert - für die Kunden hat sich das im ersten Moment sicher gut angehört. Wer sich nicht registriert, wird bei jedem Programmaufruf mit einem nervigen Requester dazu aufgefordert. Nach der Eingabe der persönlichen Daten auf der Website des Herstellers verpflichtet man sich allerdings automatisch zum Kauf aller Updates, die den überraschten Kunden dann per Post nach Hause geschickt werden. Die Mahnungen des beauftragten Inkassobüros trudeln dort nicht weniger bequem ein.
Die dort erläuterte "Aktualitäts-Garantie" muss als Serviceleistung vom Nutzer des Programms natürlich bezahlt werden. Den meisten Anwendern ist es aber entgangen, dass sie mit der Registrierung der Steuersoftware eine langfristige Verpflichtung eingegangen sind. Und diejenigen, die das nicht haben wollen, werden stets mit Meldungen in Fenstern dazu aufgefordert, sich doch die "Premium-Vorteile zu sichern". Neben dieser kostenpflichtigen "Aktualitäts-Garantie" gibt es noch eine gleichlautende aber kostenlose "Aktualitäts-Garantie", wie ein Sprecher des Unternehmens den erstaunten Journalisten von der FAZ mitteilte. Bei dem Chaos blickt kein Mensch mehr durch - aber sollen wir das denn?
Zahlreiche Käufer belegten dieses Produkt öffentlich mit schlechten Bewertungen, sie fühlen sich abgezockt. Die Wiso-Redaktion, eigentlich immer bemüht uns vor Schindluder aller Art zu bewahren, sieht die Lage ganz anders. Das wären im Vergleich der vielen Käufer nur wenige, die mit dem Abo ein Problem hätten. Auf der Packung steht's ja auch drauf. Die Verbraucherschützer von Wiso können den Aufstand nicht verstehen, die Leute wären per Post informiert worden, man hätte doch Widerspruch einlegen können. Viele Benutzer beklagten allerdings, dass sie im Vorfeld nicht deutlich genug über ihre Verpflichtung informiert wurden. Manche hatten den Brief zudem ungesehen als Werbung eingestuft und weggeworfen. Ab 2009 will man bei Buhl Data endlich den Unterschied zwischen Abo und kostemfreiem Service deutlicher heraus streichen, von einem freiwilligen Angebot die verwirrten Abonennten aus dem Vertrag zu entlassen ist keine Rede. Verbraucherschutz mal ganz anders?
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben in Deutschland noch immer eine Vorbildfunktion inne. Wie sieht es in diesem Zusammenhang aus, wenn das Magazin das nächste Mal unseriöse Praktiken von dubiosen Geschäftemachern anprangert? Wer ein einwandfreies Geschäftsgebaren fordert, sollte selbst auch unangreifbar sein. "Die Leute wollen sich einfach ärgern, obwohl sie mehrere Male die Möglichkeit hatten, auszusteigen", so Wiso-Redaktionsleiter und Moderator Michael Opoczynski. Ob die Leute das wirklich auch so sehen?
Zitat: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben in Deutschland noch immer eine Vorbildfunktion inne. Hahaha! Abzocke über Zwansgabo ist doch genau das Ding des sogenannten "öffentlich rechtlichen Rundfunks", Drückerkolonen und Drohungen gehören zum "öffentlich rechtlichen Rundfunk" zu den üblichen Geschäftspraktiken, das hätte doch jeder "Kunde" bereits längst ...
Zitat: Zitat von partner55368400 Hahaha! Abzocke über Zwansgabo ist doch genau das Ding des sogenannten "öffentlich rechtlichen Rundfunks", Drückerkolonen und Drohungen gehören zum "öffentlich rechtlichen Rundfunk" zu den üblichen Geschäftspraktiken, das hätte doch jeder "Kunde" bereits längst aus Erfahrung kennen müssen. Die Vorgehensweise ist also an die des "öffentlich rechtliche ...