Wikipedia: Nutzer können Artikel als

Wikipedia: Nutzer können Artikel als "gesichtet" oder "überprüft" kennzeichnen

gullinews am Dienstag, 06.05.2008 18:54 Uhr

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Seit heute läuft die deutsche Wikipedia mit einer neuen stabilen Version. Erstmalig können Artikel nun von erfahrenen Wikipedianern als "gesichtet" oder "geprüft" markiert werden. Durch die Einführung dieses Features soll Vandalismus leichter aufgedeckt werden: Bei der Suche nach "ungesichteten" und später auch "ungeprüften" Artikeln sollen diejenigen Artikel, die falsche Informationen vermitteln oder einfach inhaltliche Fehler haben, leichter aufgespürt werden.

Ganz neu ist die Version eigentlich nicht: Denn bereits am 3. Mai ist diese Wikipedia-Version erstmals "in freier Wildbahn" entdeckt worden. Nach wenigen Minuten war die Testphase jedoch wieder beendet. Jetzt ist allerdings die offizielle Version online. Zum Markieren der Artikel muss man die Berechtigung dazu haben, welche man auf einer entsprechenden Seite beantragen kann. Sogenannte "Sichter" müssen außerdem das Kriterium der Stimmberechtigung erfüllen. In Zukunft sollen diese Hürden jedoch niedriger angesetzt werden.

Das ganze Projekt befindet sich noch in einer Betaphase. Die Ergebnisse dieses Feldversuchs sollen ausschlaggebend dafür sein, ob sich das Feature auch für andere Sprachversionen eignet. Zweck dieses neuen Features ist es, schadhaften Veränderungen der Einträge vorzubeugen und ein weiteres inhaltliches Bewertungskriterium zu schaffen. Über die Qualität des Artikels sagt dieses Branding allerdings weiterhin nichts aus - dafür sind die beiden alten Markierungen "Lesenswert" oder "Exzellent" gedacht, die eine qualitative Bewertung darstellen. Die Tags "gesichtet" und "geprüft" stellen nur die sachliche Korrektheit der Informationen sicher. Damit versucht Wikipedia wieder einmal, die Qualität der freien Enzyklopädie zu verbessern. Alleine ist sie dabei jedoch nicht: Der Bertelsmann-Verlag hatte für eine Druckausgabe der Wikipedia bereits die Überarbeitung der Artikel durch das hauseigene Lektoriat angekündigt.

Electronic Frontier Foundation verteidigt Wikipedia in den USA

Dennoch steht die Wikipedia weiterhin unter Beschuss. Die Literaturagentin Barbara Bauer fühlt sich durch die Wikipedia verunglimpft, weil sie als "dümmste der 20 schlechtesten Agenten" und "ohne einen einzigen dokumentierten Verkauf" betitelt worden sei. EFF und Wikipedia streiten jedoch ab, dafür haftbar zu sein. Section 230 des Communications Decency Act regele eindeutig, dass Webseitenbetreiber für die Inhalte usergenerierter Inhalte nicht haftbar gemacht werden können. Das sei jedoch andererseits kein Freibrief: Die Autoren haften weiterhin für ihre eigenen Inhalte und auch das Online-Portal muss seine Inhalte überprüfen und kritische Inhalte zeitnah entfernen. (Autor: Malo)

(Via Heise & EFF.org, thx!)

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11 Reaktionen aus dem gulli:Board

tachy am 08.05.2008 07:53:18:
Ich schließe mich dem an. Obwohl ich meine irgendwo mal 'ne wiki-eigene Statistik gesehen zu haben, nach dem der Vandalismus von nicht-registrierten Usern nicht signifikant größer ist als der von eingeloggten. Naja, dann hätte man immerhin schon mal die Hälfte weg, wenns s...

normabates am 08.05.2008 10:51:57:
Es würde schon sehr viel Müll unterdrücken, wenn nur angemeldete User mit Login Beiträge erstellen könnten! Wieso führt man nicht die Accountpflicht ein und lässt den User zuerst mit seiner gecheckten Email einloggen? Warum kann jeder ungehindert Beiträge editieren/erstellen? ...

Froschauge am 08.05.2008 10:53:39:
.... oder editieren dort die "Stallhasen"? Es wäre ja nicht das erstemal, dass Firmen "ihre" Artikel bei WIKIPEDIA beschönigen. Oder Herr Gravenreuth selbst, den man wegen seiner ...

 

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