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21. April 2006
Wieder mal Kampf gegen Kinderporno US-Provider sollen Nutzerdaten speichernDie Ideen schwappen nicht nur von den USA nach Europa: die Vorratsdatenspeicherung in der EU weckt auch in den USA Datenbegehrlichkeiten. Der dort vorgeschobene Anlass: Kinderpornografie, die man vermutlich erfinden müßte, wenn es sie nicht gäbe. In den USA wird gerade das vergleichsweise datenschutzfreundliche "Quick Freeze"-Verfahren eingesetzt: erst bei Verdachtsmomenten wird die Datenspeicherung bei einem ISP angeordnet, der dann die Verbindungen der verdächtigen User speichern muss. US-Justizminister Alberto Gonzales wäre eine verdachtsunabhängige Totalüberwachung lieber: laut heise beklagte er gestern, dass nicht alle Internetprovider Verbindungsdaten für einen "vernünftigen Zeitraum" aufbewahren würden. Die man erfinden müßte, gäbe es sie leider nicht bereits: denn nichts ist offenbar als Totschlagargument geeigneter, Totalüberwachungsmaßnahmen durchzusetzen. Bezeichnend der Bericht von CNN zum Thema: Dort ist zum Ende des Artikels kurz die Rede von einem aktuell verhandelten Gesetzespaket, welche zur "besseren Kooperation mit Internetprovidern" führen soll. Wie diese aussehen soll, verschweigt CNN - den detailierten Beschreibungen Gonzales' zur kinderpornografischen Bedrohung im Netz wird der größte Teil des Artikels eingeräumt. Und wer würde schon einem verstärkten Vorgehen gegen Kinderschänder im Netz widersprechen wollen? Mehrheiten sind so vermutlich leicht zu finden, solang man die Art des verstärkten Vorgehens gepflegt unter den Tisch fallen läßt. Auf gulli.com steht ein Artikel unter CC-Lizenz zur Verfügung, der die gängigen Denkfehler bezüglich der Gefahr durch Kinderpornografie im Internet darstellt. Es wäre zu begrüßen, wenn er veraltet, angesichts der aktuellen Entwicklungen muss das jedoch nicht befürchtet werden. Verwandte News
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