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10. August 2005

Wie Hollywood Microsoft Vista mitentwickelt

Filmindustrie gestaltet das neue MS-OS mit

Wie Hollywood das Design vom kommenden neuen Microsoft-Betriebssystem Vista kontrolliert, legte MS in einem Whitepaper offen - zumindest, was die "Output Content Protection" angeht. Hollywood stellt beeindruckende Anforderungen, wie den Usern die Kontrolle über die Medien entzogen werden soll, die auf ihren Rechnern laufen, und Microsoft ist offenbar durchaus bereit, dem gerecht zu werden - auch auf Kosten der Nutzer, auf die entsprechende Hardwareanforderungen zukommen.

So wird beispielsweise der "High Bandwidth Cipher"-Algorithmus beschrieben, mittels welchem Videodaten verschlüsselt werden müssen, wenn sie über den PCI-Bus laufen: von Hollywood abgesegnet ist AES, was aber auf langsameren Maschinen zuviel Rechenzeit braucht: entsprechend ruckelnd fällt das Videoerlebnis aus. Zwar können auch andere Verschlüsselungsalgorithmen vorgeschlagen werden: bevor sie in Microsoft Vista eingepflegt werden dürfen, muss jedoch von mindestens drei der großen Hollywoodstudios eine schriftliche Einverständniserklärung vorliegen.

Ebenso dürften sich User mit billigen Grafikkarten mit wenig oder keinem eigenen RAM freuen, bei denen der Grafikchip Teile des Arbeitsspeichers nutzt. Jedes Videoframe, welches von der Grafikkarte per PCI-Bus in den Arbeitsspeicher ausgelagert und von dort aus wieder zurückgeholt wird, muss zunächst verschlüsselt werden. Nach dem Zurücksenden darf der Grafikchip die Daten wieder entschlüsseln - auch hier dürfte ein ruckelfreies Videobetrachten kaum mehr möglich sein. Mit bis zu 10 solcher Transfers rechnet Hollywood, bis das Bild schließlich auf dem Monitor landet - wirksame Überlastung von Billiggrarafikkarten ist vorprogrammiert.

2 Megabyte PDF lang stellt Hollywood Anforderungen an Microsoft, wie Rechner teurer, ressourcenfressender und weniger performant werden müssen, damit sie den Vorstellungen Hollywoods genügen und ein (illusorischer) Schutz von Videodaten erzeugt wird. Der Kunde zahlt mehr für einen Rechner, der weniger kann und dafür mehr Ressourcen benötigt. Dass zum Abspielen hochauflösender Videos ein neuer Monitor fällig wird, war offenbar nur der Anfang. Welche technischen Geräte wir kaufen und verwenden dürfen, ist in der vielbeschworenen freien Marktwirtschaft inzwischen keine Sache der Nachfrage und der Kundenwünsche mehr, sondern wird von der Medienindustrie diktiert. Kosten für die Kunden sind irrelevant. Vista wird assimiliert.

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