gulli: Werbung in Spielen: Werden Spieler zum durchsichtigen Kunden der Werbeindustrie?

Anzeige

gulli:Toolbox

Voting

Worüber wollt ihr mehr News?
Netzwelt
Untergrund
Filesharing
Datenschutz
Hacking
Demoszene
Mobiles (Handy)
Linux
Feature (Gulli Glosse)
21. Dezember 2006

Werbung in Spielen Werden Spieler zum durchsichtigen Kunden der Werbeindustrie?

Schon im nächsten Jahr wird Spielehersteller Valve in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Werbefirma IGA dynamisch im Egoshooter Counterstrike Werbung schalten. Die meisten Counterstrike-Spieler äußerten sich sehr kritisch in Foren über die neue Werbemethode. Der Datenschutz stellt bei dieser neuen Technik ein besonders großes Problem dar.

Werbung ist im Zeitalter des industrialisierten Menschen allgegenwärtig. Zeitung, Internet und Radio verbreiten die Werbebotschaften der Firmen. Im Zuge der multimedialen Weiterentwicklung müssen ab nächstem Jahr auch Computerspieler die blinkenden Werbetafeln ertragen. In zuvor ausgewählten Flächen im Spiel werden per Internet die Werbeinhalte geladen und auf dem Bildschirm dargestellt. Doch im Gegensatz zu den klassischen Werbeformen hat ein Spiel mit dem Internet einen direkten Rückweg zum Werbevermarkter, was potentiell hohe Lücken im Datenschutz zur Folge hat.

Die Spielehersteller wehren sich gegen die Vermutungen Spieler auszuspionieren. Es würden ausschließlich das Land und die Betrachtungszeit der Werbung zu „statistischen Zwecken“ gespeichert und an einen zentralen Server gesendet. Doch welche Daten wirklich gesendet werden, kann nur der Hersteller wirklich wissen. Da ein Computerspiel direkt auf dem Computer installiert ist, ergeben sich ganz neue Aufzeichnungsarten für die Industrie. Fast sämtliche Informationen des Nutzers könnten mit der Werbung abgeglichen werden.

Ein nicht vorspulbares, nicht umschaltbares und noch hintergründiges Werbeformat ist der Werbeindustrie Musik in den Ohren. Neben den aktuellen Kontroversen im Computerspielsektor, muss sich Suchmaschinengigant Google schon seit langer Zeit kritischen Betrachtungen des Datenschutzes stellen. Mit vielen kostenlosen Desktop-Programmen und Online-Diensten kann das Unternehmen ein komplettes Persönlichkeitsprofil eines Menschen erstellen.

Zuletzt ist es immer eine Frage des Vertrauens zu einem bestimmten Unternehmen. Niemand kann mit Sicherheit feststellen, welche Daten wirklich ausgetauscht werden. Und Vertrauen kann missbraucht werden.

  • 20 Kommentare zum Artikel
  • diese Werbung in Battlefield 2142 is aber aktzeptierbar, ich hab bis jetzt noch keine gesehen. Man wird wenigstens extra über einen beiligendem Zettel informiert und wenn ich daran denke wieviele Daten sie alleine schon durch eine zwingende Eingabe von Vor- und Nachnamen beim erstellen eines online Accounts erhalten würden. Die Werbung wird auch nur auf den virtuellen Werbetafeln im Spiel angezeigt, und nich durch Banner oder PopUps. IP Loggen ...

    unregistred am 23.12.2006 13:35
  • 1. Spiele sollten dann gratis werden. (Ich bezahle nicht für Werbung!) 2. Werbetafeln sollten in den Games zerstört und verschandelt werden können. 3. Neue Spielgruppe, Graffiti Sprayer. Dürfen Werbung und Wände in den Games Online verzieren. 4. Verhindern von animierter Werbung bzw. ganze Werbeclip-Movies. Da die Performance dann so leiden wird, wie z.B. unter Flashwerbelastigen Webseiten. 5. Werbung darf nicht zum "Mittelpunkt" ...

© Copyright 2008 gulli.com  | home | sitemap | kontakt | impressum | Partner | downloads |