"Was weiß das Netz über dich", fragt beispielsweise die Suchmaschine Yasni und fügt an Informationen zusammen, was nicht immer unbedingt zusammengehört. Die Portale suchen nach Namen, nicht nach Personen. So werden Profile von Xing, Stayfriends, MySpace, Facebook, StudiVZ, Telefonbucheinträge, Datenarchive wie Aminet, Archive.org & Scene.org, die Google News- & Bildersuche, alle sonstigen Suchmaschinenresultate, Einträge bei Technorati, Bloglines etc. ausgegeben. Inhaltlich ist es in etwa das gleiche Material wie von Google & Co., es wird den Usern allerdings sehr viel schmackhafter aufbereitet. Verborgene Informationen, die Big G nicht findet, kann man auch damit nicht hervorzaubern.
Komfort inklusive. Denn wer will, kann sich auch ein kostenloses E-Mail Abo einrichten lassen. Die Personen-Suchmaschine trägt dann bequem alle Infos zusammen und verschickt diese an das Postfach des Empfängers. Tauchen im Web neue Details auf, wird eine zusätzliche E-Mail verschickt, damit die neuen Daten sofort eingesehen werden können. Quasi ein Info-Alert - gültig, bis man diesen wieder abbestellt. Die Profilsuche kann auch länderbezogen durchgeführt werden. So fällt bei der Suche das gleichnamige Lieschen Müller aus Österreich und der Schweiz weg. Was also macht der alte Mathelehrer, der einen immer zu schlecht bewertet hat? Und wo arbeitet eigentlich die blonde Mitschülerin von damals, die einen hat abblitzen lassen? Viele Suchanfragen werden über Personen getätigt, mit denen man nicht unbedingt die besten Erinnerungen verbindet.
Es sei ein natürliches Bedürfnis, etwas über andere Menschen zu erfahren, so meint Marko Ubovic von Yasi zur dpa. Die meisten Anwender würden aber erst mal nach ihren eigenen Daten schauen. Ubovic glaubt, die unzähligen Skandale hätten in der Bevölkerung bereits eine neue Einstellung zum Thema Datenschutz schaffen können. Viele Experten werden ihm da gerne widersprechen und darauf hinweisen, dass es noch immer unzählige Menschen gibt, die in Sozialen Netzwerken freiwillig ihre Daten offenbaren. Jeden Tag werden es mehr.
2,69 Millionen verschiedene Nutzer hat alleine Yasni monatlich, die Anzahl der Suchanfragen wird noch weit darüber liegen. Konkurrent Spock.com bezeichnet sich selbst als weltweit größte Ego-Suchmaschine. Die Amerikaner werben damit, mit ihrer Hilfe könne man wirklich jeden im Netz ausfindig machen. Zoom Info kommt ebenfalls aus den USA, auch hier werden primär Personen und Firmen gesucht und gefunden. Aber auch Neuling 123people.com hat bereits seine eigene Fangemeinde aufbauen können. Alte Daten, ungültige Adressen, Telefonnummern etc. bleiben natürlich jeweils erhalten und können weiterhin abgerufen werden. Das Datenschutz-Dezernat im Regierungspräsidium Darmstadt erhielt im Vorjahr rund 50 Beschwerden von Personen, die nicht mehr bei Yasni aufgeführt werden wollten. Rund eine halbe Million angemeldete User hat diese Suchmaschine. Mangels Aktivität fliegen monatlich 500 wieder aus der Liste raus.
Wie man sich als Privatperson vor dem Datenwahn schützen kann? Ganz einfach: Selbst so wenig Informationen wie möglich über sich online stellen, egal wo. Anfragen zur Löschung oder Korrektur von Daten an die Suchmaschinenbetreiber gehen zumeist ins Leere. Was die Datenkraken einmal in ihren Klauen haben, geben sie höchst ungerne wieder her. (Ghandy)
(via onlinekosten.de, thx!)
| 8 Reaktionen aus dem gulli:Board |
|---|
titus_shg am 05.04.2009 19:46:05: |
Chummer am 05.04.2009 20:27:19: |
tachy am 06.04.2009 12:26:57: |