gulli: Web 2.0: Amerikanischer Student nutzte Twitter im Gefängnis und konnte Befreiung erwirken
17. April 2008

Web 2.0 Amerikanischer Student nutzte Twitter im Gefängnis und konnte Befreiung erwirken

Ein Journalismusstudent der Berkeley Universität Kalifornien wurde in Ägypten inhaftiert, weil er Protest dokumentierte. Er informierte Freunde und Bekannte via Twitter und konnte damit letztendlich seine Freilassung bewirken. Jetzt protestiert er für Medienfreiheit und die Freilassung seines Dolmetschers, der sich noch immer in Haft befindet.

Der Journalismusstudent James Karl Buck hat in Ägypten Unruhen dokumentiert, weshalb er und sein Dolmetscher Mohammed Maree inhaftiert wurden. Er hatte ein funktionierendes Twitter-Netzwerk von sowohl Kollegen, Studenten und Freunden in den USA, als auch liberalen Aktivisten in Ägypten, die Thema seiner Dokumentation werden sollten. Nach Angaben von Mercury News informierte Buck sein Netzwerk mit der Nachricht "ARRESTED" nach der Inhaftierung. Sowohl seine Bekannten in den USA, als aus dem linksliberalen Blogger-Umfeld in Ägypten wussten, was passiert sein musste und ergriffen sofortige Schritte, um seine Freilassung zu bewirken.

Bei einer Begrenzung von 140 Zeichen pro Nachricht kann man zwar nicht viel Text verfassen, aber wie in diesem Fall sinnvolle Kommunikation ausüben, da man Nachrichten mit Twitter auch per Mobiltelefon senden und empfangen kann. Unklar ist dennoch die Frage, weshalb ihm in der Haft zwar die Kamera, jedoch nicht das Mobiltelefon abgenommen wurde.

Die ägyptischen Blogger wiesen ihn über Twitter an, er sollte seine amerikanische Identität ausspielen, doch selbst wenn er ruhig bliebe, wäre das in Ordnung, die Situation nicht verschärft. Indes wurde von den USA aus ein Anwalt und die Botschaft benachrichtigt. Wenige Stunden später wurde er aus der Haft entlassen, nicht jedoch sein mitgefangener Dolmetscher Mohammed Maree. Wenige Tage nach seiner Freilassung kehrte er in die USA zurück. Nun bemüht er sich um die Freilassung seines ägyptischen Mitstreiters.

Buck protestiert gegen die Haft von Mohammed Maree. Es sagt, Journalismus und Bloggen sind keine Verbrechen und zur Freilassung von Mohammed Maree hat er eine Onlinepetition ins Netz gestellt. Auch würden sich noch weitere Blogger unschuldig im Gefängnis befinden.

( via TechDirt, Mercury News )

  • 10 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Gut wieder ein Land wo ich in den nächsten 100 jahren kein Urlaub mache ... Na dann darfst Du aber nirgendwo mehr hinreisen... Zitat: weil seit wann darf man sein handy behalten wenn man eingesperrt wird!?? IMO ist das bei sehr kurzen Aufenthalten in in der JVA manchen Fälen auch in D möglich.

    braegler am 22.04.2008 12:46
  • Zitat: Zitat von braegler IMO ist das bei sehr kurzen Aufenthalten in in der JVA manchen Fälen auch in D möglich. jaja und du bist auch ein ägyter oder was!?

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