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27. August 2007
Wasserzeichen in MP3 Universal verunsichert die Kundschaft weiterDRM ist zwar noch nicht tot, im Musikbereich riecht es aber schon etwas seltsam. Beliebt bei den Labels und Shops inzwischen: Wasserzeichen. Während Apple Downloads aus dem iTunes-Shop individuell per User markiert, setzt Universal in Zukunft auf songspezifische Wasserzeichen. Der Sinn der Maßnahme erschließt sich jedoch nicht ganz. Wasserzeichen in Files: nicht unumstrittener DRM-Ersatz, dessen Folgen noch nicht abzusehen sind. Individuelle Wasserzeichen identifizieren den Käufer eines bestimmten Tracks, der sich nach dem Download zweimal überlegen muss, ob er noch den kleinen Bruder an den Rechner lässt, ob und wie er den MP3-Player wegschließt und wie er sich juristisch verteidigen kann, wenn der iPod geklaut wird und die gespeicherten Songs im Donkey landen. Wer ist schuld, wenn der beste Freund eine Privatkopie weiterverteilt? Insofern schaffen Wasserzeichen viele neue Probleme, die in Zukunft wohl auch vor Gericht ausgehandelt werden dürften. Einiges ist denkbar: die Labels könnten beispielsweise herausfinden wollen, über welchen Vertriebskanal Files überdurchschnittlich häufig in den einschlägigen Kanälen landen. Wenn Universals Tracks in einem Jahr nur noch wasserzeichen-versehen im Torrent kursieren, kann dies leicht als Argument herangezogen werden, wenn doch wieder ein Rückzug aus dem DRM-freien Business gemacht würde. Wasserzeichenfreie Rips wiederum könnten als Indiz für eine Wiederbelebung der DRM-Diskussion auf CDs oder DVDs verwendet werden. Harmloser: man gewinnt Informationen über die Zielgruppen. Es dürfte von Interesse sein zu erfahren, ob sich das Verteilverhalten zwischen den Musikstilen unterscheidet. Wenn die aktuellen Charthits in großer Zahl verteilt werden, der Backkatalog von Wave-Klassikern aus den Achzigern hingegen kaum, könnte das Online-Angebot entsprechend auf neue Schwerpunkte und (kauffreudigere) Zielgruppen ausgerichtet werden. Interessante statistische Gedankenspiele sind so möglich - auch wenn sie letztendlich ohne viel Aussagekraft bleiben werden, da extrem viele weitere Variablen - Firstseeder, Wasserzeichen-Entfernung usw. - auch Einfluss nehmen. Möglicherweise ergeben sich jedoch tatsächlich Schlussfolgerungen für die Labels, die zu kundenfreundlicherer Politik führen. Im ungünstigsten Fall kommt jedoch nur die Botschaft "Universal markiert Tracks mit Wasserzeichen!" bei den Käufern an, die anschließend verunsichert sind und das Online-Shopping lieber doch unterlassen. Verwandte News
Trackbacks
Was soll der mist eigentlich nicht raffen die es nicht, dass es am besten wäre ohne Kopierschutz/Wasserzeichengedöns Musik zu verkaufen. Genau wegen solchen rechtlich fragen was ist wenn der MP3 Player mit 40GB Musik weg ist und dann alles auf einmal im Netz auftauscht, oder wenn halt Geschwister oder Freunde es ins Netz stellen. Naja so lange es keine 100% freie Musik im Netz gibt werde ich auch nichts kaufen im Netz. darkside2k4(2) am 28.08.2007 11:01
Das ist doch sowieso alles Käse. Diese Wasserzeichen bekommt man bestimmt ohne grössere Probleme aus den Files raus.. Sei es durch konverten in Fremdformate oder direktes bearbeiten der Dateien. Ferrero am 30.08.2007 15:22
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