Wahrscheinlich war der Opposition an dieser Veröffentlichung gelegen: Der aus Schweden stammende Tony Krvaric wurde kürzlich in einer anonymen E-Mail als einer der ehemaligen Organisatoren der Warezgruppe Fairlight enttarnt. Unter dem Pseudonym Strider war er 1987 in Malmö neben Black Shadow und Gollum an der Gründung von Fairlight beteiligt und zeichnete sich später als Cracker, Original-Supplier und Organisator der populären Gruppe verantwortlich.
Heutzutage arbeitet der konservative Krvaric als Fachberater und lizensierter Broker.
Im Jahr 2003 nahm er die Staatsbürgerschaft der USA an und wurde Mitglied der Republikanischen Partei, obwohl diese damit wirbt, keine Einwanderer in ihren Reihen aufzunehmen. Nach nur drei Jahren hatte er es in einer beispiellosen Karriere an die Spitze der Partei in San Diego geschafft.
Durch seine Mitarbeit in einem Softwareladen hatte er als Jugendlicher ungemein frühen Zugang zu neuen Softwaretiteln auf dem C64 und dem Amiga.
Strider hat zudem auch den Kopierschutz diverser Games wie "PacMan", "Indiana Jones" oder "Temple of Doom" selbst entfernt und den Crack via Blueboxing oder später Calling Cards per Modem in der damaligen BBS-Szene verteilt. Fairlight wurde zu einer der führenden Organisationen in der Raubkopiererszene, deren Ruf eilt der Gruppe bis heute voraus. Aufgrund der laschen rechtlichen Situation in Schweden bis zum Jahr 1993 konnte Strider es sich leisten, neben seinem Pseudonym auch seinen echten Namen, sein Foto und andere Daten im Internet zu veröffentlichen, was ihm letztendlich zum Verhängnis wurde.
Nach seiner Übersiedlung in die USA hat er sich um den Aufbau der PC-Devision von Fairlight gekümmert. Nachdem diverse Mitstreiter wegen Kreditkartenbetrug auffielen, zog er sich im Januar 1993 aus diesem Geschäft zurück und eröffnete Fairlight Trading, ein Handelsunternehmen, dass Mikroprozessoren, SIM-Karten und Festplatten verkaufte, haltbare Lebensmittel wurden später auch in das Sortiment aufgenommen. Ganz von seinen Wurzeln wollte er sich dennoch nicht trennen, Fairlight Trading importierte aus Hongkong unter anderem die Super WildCard DX 32MBiT, eine damals oftmals benutzte Kopierstationen für das Super Nintendo (SNES). Als diese Kopierstation, die ein Laden von kommerziellen Spielen per Diskette erlaubte, Ende 1997 verboten wurde, hatte sich Tony Krvaric bereits auf seine Tätigkeit als Broker verlegt.
Die Leitung von Fairlight wurde von anderen Personen übernommen, im Frühjahr vor vier Jahren kam es bei diversen Busts im Zuge der Operation Fastlink zu zahlreichen Verhaftungen. Strider hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch teilweise mit der Gruppe zu tun und überließ die Führung den Mitgliedern JBM und Bacchus. Heutzutage ist die Gruppe Fairlight vor allem wegen deren sehr aktiven Demosection auf dem C64 und PC bekannt.
Trotz seiner Vergangenheit hat Herr Krvaric nie ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit gemacht. Sowohl als Geschäftsmann als auch als Politiker richtete er sich Jahre später E-Mail Accounts wie tkrvaric@fairlight.com oder strider@cts.com an. In einer Stellungnahme sagte er, er hätte damals C64 Spiele getauscht wie die heutigen Kids MP3's sharen. Die Angelegenheit liegt so lange zurück, dass er daran nicht mehr erinnert werden mag.
Die Konsequenzen bezüglich seiner Karriere als Politiker stehen noch aus, so offenherzig wie Schweden lange Zeit mit Urheberrechtsverletzungen umging, sehen die US-amerikanischen Behörden die Angelegenheit schon lange nicht mehr.
James Hartline versuchte jüngst die Reputation von Krvaric weiter zu demontieren. Auf seinem Blog veröffentlichte der christlich verwurzelte Politiker uralte Bilder, die Strider vor vielen Jahren auf einer Messe zusammen mit einer leicht bekleideten Pornodarstellerin zeigt. Ob seine Mitstreiter in der Republikanischen Partei in San Diego nach der Veröffentlichung dieses Skandals sein Amt einfordern werden, bleibt indes abzuwarten. Eine ehemalige Mitschülerin zeigte sich von den Neuigkeiten zumindest nicht sonderlich überrascht.
(Scandinavian News von 1988: Interview mit Strider)
(Via The Raw Story, Fefe's Blog, Pouet.net, thx!)
Zitat: Zitat von -ZiGGY- Ganz schön fett OT Stimmt...! Aber die "Freedom Fries" haben ja eine andere Bedeutung: So haben die Neokonservativen ja eine Zeitlang die "French Fries" genannt, als Frankreich ihnen wegen seiner Haltung zum Irak-Krieg nicht passte. Da wurden die Fritten halt einfach patriotisch umgetauft, AFAIR zumindest in der Kantine des US-Kongresses. [OT Ende]
Zitat: Zitat von Dialerwatch Stimmt...! Aber die "Freedom Fries" haben ja eine andere Bedeutung: So haben die Neokonservativen ja eine Zeitlang die "French Fries" genannt, als Frankreich ihnen wegen seiner Haltung zum Irak-Krieg nicht passte. Da wurden die Fritten halt einfach patriotisch umgetauft, AFAIR zumindest in der Kantine des US-Kongresses. [OT Ende] Naja so richtig ...