gulli: Wahlmaschinen: Amsterdam wählt auf Papier
31. Oktober 2006

Wahlmaschinen Amsterdam wählt auf Papier

Wegen Sicherheitsbedenken werden zur Wahl am 22.November in Amsterdam keine Wahlcomputer eingesetzt. Die Wahrung des Wahlgeheimnisses sei mit den Geräten nicht gewährleistet. Der Chaos Computer Club weist darauf hin, dass die Probleme auch bei anderen - auch in Deutschland verwendeten - Wahlgeräten auftauchen und fordert erneut zur Unterzeichnung der Petition gegen Wahlcomputer auf.

In Amsterdam war der Einsatz von SDU-Wahlmaschinen geplant. In 34 weiteren Gemeinden sollten die Geräte ebenfalls eingesetzt werden, dort wird die Strategie nach den jetzt bekannt gewordenen Sicherheitsmängeln noch diskutiert. Amsterdam hat sich für eine herkömmliche Papierwahl entschieden.

In etwa 90% der Wahlkreise Hollands werden laut CCC Wahlcomputer des Typs ES3B der Firma Nedap eingesetzt. Eine deutsch-holländische Gruppe, zu der auch Mitglieder des CCC gehören, hat bereits am 5. Oktober eine Studie zu diesem Wahlcomputer veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass vergleichbare Probleme auch bei diesen Wahlcomputern bestehen. Fazit: Eine sichere, überprüfbare und geheime Wahl ist mit diesen Wahlcomputern nicht realisierbar.

Da auch in Deutschland fast baugleiche Wahlcomputer eingesetzt werden, ist davon auszugehen, dass hierzulande die selben Probleme bestehen. Auch massive Mängel bei der Durchführung einer solchen Wahlcomputer-basierten Wahl in Cottbus sind Grund, dass der CCC weiterhin ein Verbot von Wahlcomputern in Deutschland fordert.

Die Abkehr Amsterdams von den Wahlcomputern bleibt bislang immer noch die Ausnahme, wenn begründete Bedenken an Wahlcomputern aufkommen. In Miami wurde Kritik an den dort eingesetzten Geräten geäußert, da mehrere Wähler nur mit Mühe ihren demokratischen Abgeordneten wählen konnten - die Geräte wählten auch bei richtiger Eingabe mehrfach den republikanischen Konkurrenten. Die lakonische Erklärung: es sei "nicht ungewöhnlich", dass die Touchscreens der vielbenutzten Geräte "aus der Synchronisation rutschen" und so falsche Eingaben erzeugen. Die Geräte würden dann vor Ort wieder neu synchronisiert.

Zusammenfassend, so die Sprecherin der Wahlaufsicht Mary Cooney, seien "keine ernsten Probleme" bekannt. Bis auf regelmäßig versagende Touchscreens.

Eine Petition gegen den Einsatz von Wahlcomputern in Deutschland kann online unterzeichnet werden. Bisher haben sich über 18.000 Personen für die Petition ausgesprochen.

  • 4 Kommentare zum Artikel
  • Es ist schon lächerlich, dass nicht einmal die Grunbedingungen eines demokratischen Wahlablaufes gewährleistet werden. Als halber Holländer freue ich mich allerdings immer wieder, wenn ich lese, wie vernünftig mein Mutterland die Dinge handhabt.

  • was isn halber Holländer?

    pehlilabelle am 31.10.2006 22:45
  • Zitat: Zitat von pehlilabelle was isn halber Holländer? Ein Joint?

  • Gott, seid ihr doof. Zitat: mein Mutterland Meine Mutter? Holländerin? (Sogar eine echte, der Provinz nach. Geht mal in die Niederlande und sprecht die Leute als Holländer an. Oder besser nicht). Die andere Hälfte ist halt Ost-Elbisch.

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