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08. Oktober 2008
Wahlen in Münchberg ungültig? Wahlkabine wurde den ganzen Sonntag über von Sparkassen-Kamera gefilmtHelmut Roewer wollte am 28. September 2008 in Münchberg im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken bei der Erhaltung der "Restdemokratie" mithelfen, weswegen er sich als freiwilliger Wahlhelfer zur Verfügung stellte. Das Wahllokal befand sich dummerweise im Foyer der Sparkasse des Ortes. Die Tische der Wahlkabine waren zudem so angeordnet, dass alle Wahlvorgänge zum 16. Bayerischen Landtag von besagter Kamera aufgenommen werden konnten. Ein Bürger, der sich beschweren wollte, wurde abgespeist. Man sagte ihm, es würde sich dabei angeblich nur um eine Attrappe handeln. Dem Beisitzer Helmut Roewer wurde es untersagt, die Kamera abzukleben. Er wollte damit den Grundsatz der geheimen Wahl wieder herstellen. Besucht man deren Website, könnte man glauben, wenigstens in der Textilstadt Münchberg ist noch alles in bester Ordnung. Die Menschen leben gemäß dem Slogan der Stadt gerne dort, selbst der Bürgermeister des Städtchens hört auf den Namen Fein. Von geheimer Wahl hat man in der Gemeinde aber leider noch nicht allzu viel gehört. Helmut Roewer, selbst wohnhaft in Münchberg, war es wichtig, sich für die Demokratie in unserem Land einzusetzen, weswegen er am 28.09. auf eigenen Wunsch Wahlhelfer wurde. Man berief ihn für die Landtagswahl zum Beisitzer im Wahlvorstand im Stimmbezirk 3 ein. Fakt dürfte sein, dass der Eingangsbereich selbst in Münchberger Banken nicht von Kamera-Attrappen überwacht wird. Attrappen könnten bei einem Überfall unmöglich das Szenario der Filiale mitschneiden, um der Polizei sachdienliche Hinweise zu liefern. Fakt ist weiterhin, dass eine freie und geheime Wahl nur dann gegeben ist, wenn sich der Wähler sicher sein kann, bei seiner Handlung nicht beobachtet zu werden. Selbst das Vorhandensein einer Attrappe könnte dazu führen, dass der Wähler möglicherweise in seinem Wahlverhalten beeinflusst wird. Spannend auch die Reaktion der Zeitung Frankenpost mit Sitz in Hof. Diese will bezüglich des Vorfalls einen Artikel in der heutigen Ausgabe veröffentlichen. Dennoch lehnten es die Verantwortlichen bei der Frankenpost ab, auf die Homepage des Autors oder auf die des CCC zu verlinken: "Wir möchten nicht mit einer Hacker-Vereinigung in Verbindung gebracht werden", begründete der Redakteur den Entschluss seiner Zeitung und wies darauf hin, dass die Leser der Zeitung die Zusammenhänge "eh nicht verstehen würden". Der Wahlleiter war von den Bildern geschockt, von einer Wiederholung des Wahlvorganges ist aber bislang nichts bekannt. H. Roewer will jetzt beim Bürgermeister eine Beschwerde samt Zeitungsausschnitt einlegen. Ob die von ihm erbrachte Beweislage ausreicht? Ob Bürgermeister Fein aufgrund der Mängel eine Wiederholung der Wahl befürworten wird? Man darf es mit Spannung abwarten, die Chancen dafür stehen aber eher schlecht. Dennoch gilt: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren." Wir wünschen Helmut viel Erfolg beim Kampf gegen die oberfränkischen Windmühlen der Bürokratie. Er wird ihn brauchen, den Erfolg, ganz dringend sogar. (Lars Ghandy Sobiraj) (Foto: Helmut Roewer)
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Ich wollte dir damit nur zeigen, dass es möglich ist, aus einer kaum höheren EW-Zahl einen "represesentativen" Bevölkerungsdurchschnitt zu bilden... Ergo: Man müsste schon aus Prinzip in Münchberg jetzt ordentlich Feuer hören. Und ganz ehrlich: Wie hoch kann der Aufwand für eine Neuwahl bei gerade einmal 11.000 Bürgern schon sein? Toronto am 12.10.2008 08:36
Hi, also auf Wikipedia steht, sie hätten eine Wahlbeteiligung von 63,62 % gehabt, wie kommt ihr auf 30% ? Hat sich da eigentlich inzwischen etwas getan? mfg Geosechseck am 12.10.2008 12:48
Hmm, repräsentativen Durchschnitt könnte man aus einer idealen Siedlung ebenso bilden, aber welche Siedlung/Dorf/Stadt - oder sonstige befästige Menschenniederlassung - ist schon ideal? Also benötigt man für Repräsentativität eine ordentlich große Menge, bei der annähernd sichergestellt ist, daß von allem was und im richtigen Verhältnis dabei ist. Bei 12.523.000 Bürgern würde ich mal sagen, daß das irgendwo bei ca. 1,0% gegeben wäre. Münchberg ... Schattenspieler am 12.10.2008 13:07
Zitat: Zitat von Toronto Und ganz ehrlich: Wie hoch kann der Aufwand für eine Neuwahl bei gerade einmal 11.000 Bürgern schon sein? Erheblich. Ein Termin muss gefunden werden, dieser muss bekannt gegeben werden. Danach müssen Wahlunterlagen erstellt werden, die Briefwähler (z.B. Personen im Ausland) müssen ausreichend Gelegenheit zur Wahl haben. Und und und ... Wenn die Wahl möglicherweise noch ... a_d_s am 12.10.2008 13:59
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