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18. Mai 2008

Wahlcomputer Holland greift wieder zu Stift und Papier

Der niederländischen Regierung ist eine Wahl auf elektronischem Wege momentan noch zu unsicher. Kurz vor den Gemeindewahlen wurde dort heftige Kritik an den Auszählungsgeräten geübt. Durch eine Initiative des deutschen Chaos Computer Clubs und einer holländischen Stiftung kam die Tatsache ans Tageslicht, dass die von der Firma NEDAP produzierten Computer sehr leicht zu manipulieren sind.

Wie lange in den Niederlanden das altmodische und bewährte Wahlverfahren genutzt werden soll steht noch in den Sternen. Mit Gewissheit findet das Verfahren bei der nächsten demokratischen Abstimmung seine Anwendung.

Sicherheitsexperten und Datenschützer sind einer Meinung: Stimmen, die über den automatischen Wahlcomputer abgegeben werden seien momentan noch zu leicht veränderbar. Die holländische Initiative "Wir vertrauen Wahlcomputern nicht" hat schon bei der letzten Parlamentswahl ausdrücklich auf massive Schwachstellen in den NEDAP-Systemen hingewiesen. Erhört wurden diese Rufe nicht, so kam die elektronische Variante zum Einsatz. Damals gab es allerdings keine Anzeichen für Manipulationsversuche oder Stimmen, die abhanden gekommen sind. Ganz spurlos gingen jedoch die neuen Erkenntnisse über die besagten Computer an der Regierung nicht vorbei, so reagierte diese umgehend als bekannt wurde, dass eine Möglichkeit bestünde, diese abzuhören. Nun liegen in den Niederlanden tausende dieser Wahlcomputer brach - es ist anzunehmen, dass gewiefte Geschäftsmänner nun versuchen werden, diese an die umliegenden Länder zu verkaufen. Deutschland hingegen sieht die nachweislich belegte Manipulierbarkeit als ein weniger brisantes und relevantes Thema an. Bei der diesjährigen Landtagswahl in Hessen wurden die besagten Gerätschaften ESD1 und ESD2 eingesetzt. Nicht zu vergessen sind auch ganz andere Probleme, die mit der technischen Neuerung einhergehen. So sind Probleme bei der Bedienung aufgetreten, damit hatten nicht nur die älteren Wählerinnen und Wähler ihre Schwierigkeiten.

Die benötigte Software liefert die Firma des Softwarespezialisten Jan Groenendaal. Niederlande, Wahlcomputer, NedapEr hat nun nach dem Software-Flop die Regierung aufgefordert seinen Betrieb mit einer "angemessenen" Summe zu übernehmen. "Wir befinden uns in einer sehr gefährlichen Situation", so Groenendaal zu aktuellen Lage. In den Augen vieler Kritiker handelt es sich hierbei klar um einen Erpressungsversuch, auf die die Regierung in keinster Weise eingehen darf. Bisher muss sich der Softwareentwickler noch etwas gedulden, das Ministerium hat ihn noch nicht über die weitere Vorgehensweise aufgeklärt.

(Via minbzk.nl, thx!)

  • 8 Kommentare zum Artikel
  • in den usa ist man ja garnicht mehr daran interessiert die wirklich meinung des volkes zu vertreten und setzt deshalbt wahlcomputer ein aber wie ist da in deutschland?

    shirker am 19.05.2008 18:38
  • Zitat: Zitat von shirker  in den usa ist man ja garnicht mehr daran interessiert die wirklich meinung des volkes zu vertreten und setzt deshalbt wahlcomputer ein aber wie ist da in deutschland? wir kaufen jetz die aus holland - und der richtigen Wahl steht nichts im Weg

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