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13. Juli 2006
Von KaZaA, Sharman, Redefreiheit und unklugen ProzessenEin Prozess kann den Kläger gelegentlich unbeliebt machen. Deren fünf noch unbeliebter. Wenn man dann drei davon einstellt, um weniger Aufmerksamkeit für die eigenen fragwürdigen Zensurversuche zu erzeugen, ist das unklug. Nikki Hemming vom KaZaA-Betreiber Sharman Networks machts trotzdem. Kurzer Rückblick: Sharman Networks befindet sich als Vertreiber der mäßig beliebten Filesharing-Software KaZaA in einem bereits länger andauernden Rechtsstreit in Australien. Um mögliche Schadenersatzzahlungen zu sichern, fror das Gericht das Vermögen unter anderem der KaZaA-Chefin Niki Hemming ein. Die Immobiliengeschäfte machten einige negative Publicity, unter anderem die Agentur Associated Press berichtete. Nun ließ Sharman Networks alle Anklagen fallen, Nikki Hemming deren drei. Newton und einer der vier ursprünglich angezeigten User werden weiter rechtlich belangt. Vollends absurd wird die Geschichte unter dem Gesichtspunkt, dass Hemming lauthals beklagt, die Anzeige verschaffe Newton Aufmerksamkeit und Spendengelder. Dass mit dem Fallenlassen dreier Anzeigen und der Weiterführung zweier Klagen die Geschichte mitnichten unter den Teppich gekehrt wird, sondern im Gegenteil allenfalls noch mehr Aufmerksamkeit erzeugt wird, scheint Hemming nicht begreifen zu können. Newton selbst nimmt die Klage sehr ernst: es drohe ein Präzedenzurteil, die Redefreiheit in Kanada betreffend. Hemming fordert die Offenlegung der Identität des Kommentators. Newton hingegen legt auf die Anonymität seiner Gäste großen Wert: IPs werden von seiner Seite nicht geloggt, der Default-Name aller Kommentatoren lautet "Readers Write". Die diffamierenden Äußerungen seien nach Ansicht Hemmings nach wie vor im Netz und setzen sie in ihrem Ansehen herab. Vollends skurril: sie bestehen größtenteils aus ihren eigenen Worten und wurden per Agenturmeldung verbreitet. Übersetzt lautet die Passage der AP-Pressemitteilung: "Die Chefin des Unternehmens, dem das KaZaA-Netzwerk gehört, dementierte am Freitag eilig, ihre Multimillionen-Dollar-Villa in Sidney verkauft und das Geld in die Steueroase Vanatu transferiert zu haben, um sicherzustellen, dass die Anwälte der Musikindustrie keinen Zugriff auf das Vermögen erhalten." Newton wird von Medienanwalt Dan Burnett vertreten, der sich auf Fälle der Rede- und Meinungsfreiheit spezialisiert hat. Verwandte News
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Ein Prozess kann den Kläger gelegentlich unbeliebt machen. Deren fünf noch unbeliebter. Wenn man dann drei davon einstellt, um weniger Aufmerksamkeit für die eigenen fragwürdigen Zensurversuche zu erzeugen, ist das unklug. Nikki Hemming vom KaZaA-Betreiber Sharman Networks machts trotzdem. Kurzer Rückblick: Sharman Networks befindet sich als Vertreiber der mäßig beliebten Filesharing-Software KaZaA in einem bereits länger andauernden ... gullinews am 13.07.2006 14:46
Denen gehts wohl zu gut, dass die mittlerweile keine anderen Sorgen mehr haben als sich gegenseitig zu verklagen. Die sollen ihr Geld nehmen, sparen und in ordentliche Klagen gegen die Industrie und verbrecherische Institutionen wie die MPAA stecken. Oder, wie es die Gegenseite macht, mit ordentlich viel Geld Politiker bestechen, damit die die sinnlosen Gesetze wieder abschaffen! ISd3d am 14.07.2006 15:59
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