gullinews am Mittwoch, 17.09.2008 14:37 Uhr
So ist gestern bekannt geworden, dass Blizzard bei einer Telefonkonferenz erwähnte, dass World of Warcraft in den letzten fünf Jahren Kosten in Höhe von 200 Millionen Dollar verursacht hat. Dabei denkt man zunächst Mal an teure Hardware, Entwicklungsarbeit und Marketing des Computerspiels selbst, doch der größte Posten ist das Personal für den Kundensupport. Auch sind 200 Millionen eine beachtliche Summe, jedoch im Vergleich zu den Einnahmen, die man auf etwa 135 Millionen Dollar pro Monat schätzen kann, eher ein marginaler Faktor.
Dem Kundensupport scheint auch eine zentrale Rolle in dem Onlinespiel zuzukommen. Doch laut einem Report des Gee-Magazins ist der Kundensupport durchaus auch für Probleme nicht alltäglicher Art sensibilisiert. So schreibt ein ehemaliger Gamemaster: "Schlimm ist es, wenn ein User im Spiel seinen Selbstmord im echten Leben ankündigt. Gamemaster können alle Chats der User einsehen. Und wenn man über einen solchen Fall informiert wird, überprüft man den Spieler und seine Konversationen. Dann unterhält sich gegebenenfalls ein Teamleader mit ihm, während die Daten herausgesucht werden und die Polizei zu ihm nach Hause geschickt wird. Anfangs konnten die Polizisten, die wir verständigt haben, nicht so richtig damit umgehen: 'Wie, Videospiel? Und da sollen wir jetzt hin?'"
In dem Report des Gamemasters wird berichtet, dass der Support auch durchaus in der Lage ist, die allgemeinen Geschäftsbedingungen selbst zu kontrollieren und durchzusetzen. So ist die Rede von Folgendem: "Manchmal passieren auch Dinge, die man keinesfalls tolerieren kann. Rassistische Äußerungen oder sexuelle Belästigung führen zu einer sofortigen Sperrung. Da gibt es dann auch keine Verwarnung oder Zeitstrafe. Da wird der Account gleich dicht gemacht."
Für andere ist World of Warcraft ein Kommunikationskanal für Terroristen, in welchen man unbeobachtet Anschläge planen kann. Denn der US-Geheimdienst wittert schon die nächsten Fallstricke in Onlinegames ganz generell. Laut einem Bericht von Heise, befürchtet der Geheimdienst, dass die unübersichtlichen "virtuellen Welten" dazu genutzt werden könnten, um kriminelle Handlungen oder terroristische Anschläge zu planen und vor allem auch zu koordinieren.
Der US-amerikanische Geheimdienst sieht die Gefahren schlicht in der unüberschaubar großen Masse von Nutzern und entsprechenden Anzahl an Gesprächen. Am Beispiel von World of Warcraft wird aufgezeigt, dass inzwischen zehn Millionen Leute spielen würden. Dort finden Millionen von Gesprächen gleichzeitig statt. Es sei um Prinzip unmöglich, das effektiv zu überwachen. Auch ist zusätzlich problematisch, dass viele unter Pseudonymen auftreten und in einem codierten Jargon Anschläge planen könnten, ohne dass beispielsweise auffällige Vokabeln benenutzt werden. Würde es nach Dwight Toavs, ein Professor der National Defense University, gehen, ist die Forderung klar: Auch in "virtuellen Welten" müssen Geheimagenten unterwegs sein. Und angeblich hat auch schon das CIA Grundstücke in diesen neuen Onlinewelten gepachtet, um erste Trainingseinheiten zu absolvieren. (020200)
(via Kotaku, Heise, Gee, thx!)
(Bild (cc) Candice Lee)
| 20 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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_020200 am 17.09.2008 23:14:24: |
gumb3L am 18.09.2008 01:48:06: |
zresu am 23.09.2008 02:52:59: |