Virgin Media: Paketfilterung in der Testphase

Firebird77 am Donnerstag, 26.11.2009 15:29 Uhr

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Nachdem der britische Provider Virgin Media sich bereiterklärt hat, mit der Contentindustrie zusammenzuarbeiten, beginnt nun die erste Testphase. Urheberrechtsverletzer sollten per Deep-Packet-Inspection (DPI) ausfindig gemacht werden.

Um besser gegen Urheberrechtsverletzer im Internet vorgehen zu können, muss der Datenverkehr durchleuchtet werden. Insbesondere im Zuge eines Three-Strikes-Gesetzes erscheint dies der Contentindustrie hilfreich. Mit Virgin Media hat sich der erste Provider bereiterklärt, dem Ansinnen nachzukommen. In einer in Kürze startenden Testphase soll das System mit dem Namen CView getestet werden.

Insgesamt werden etwa 40 Prozent des Providernetzwerks während der Testphase betroffen sein. Der Ablauf des Vorgangs ist dabei höchst umstritten. Einerseits ist die Methode mehr als ineffektiv und kann schon durch ein verschlüsseltes Zip-Archiv ausgehebelt werden. Auf der anderen Seite wird in die Privatsphäre der User eingegriffen. Hierzu muss man sich mit der Wirkungsweise der Deep-Packet-Inspection (DPI) grob befassen.

Bei der Reise des Datenpakets von Punkt A zu Punkt B wandert es durch das Netzwerk des Providers. Während das Paket bislang völlig unangetastet befördert wurde, findet mit der DPI-Technologie nun eine Änderung statt. Sobald es den Provider "passiert", wird es geöffnet und durchleuchtet. Der Inhalt wird dabei nach bisherigen Aussagen nicht "gelesen", so dass die Privatsphäre bestehen bleiben soll.

Es findet lediglich ein Abgleich per Hash-Summe oder vergleichbarer Methoden statt. Weist die Datei beispielsweise denselben Wert auf, den auch eine bereits ermittelte Datei hat, so wird die Anwendung Alarm schlagen. Insbesondere im Falle von Filesharing ist dies in Zusammenarbeit mit den Rechteinhabern relativ einfach zu bewerkstelligen.

Man sichtet sämtliche eigenen Werke, die in einer Tauschbörse angeboten werden, und hält wichtige Dateiinformationen fest. Bei der späteren Deep-Packet-Inspection kann dann mit diesen Informationen ein Abgleich erfolgen. Interessant dürfte jedoch vor allem die Reaktion der Kunden sein, wenn die Testphase nun anläuft. Ein Endtermin wurde bis jetzt nicht festgelegt.

(via theregister, thx!)
(Bild via davidcoethica, thx!)
 

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18 Reaktionen aus dem gulli:Board

TheOutSideRs am 27.11.2009 08:16:10:
wieso nicht gleich das ganze internet kontrollieren, seiten sperren, nur noch seiten anzeigen die von der Content-industrie freigegeben wurden (zb Nachrichten von TheSun) ich finde es erschreckend das ein Netzfilter installiert wird, auch wenn er "nur" für illegale Inhalte sein soll, noch zumindest...

sphaeroid am 27.11.2009 19:52:24:
Gibt es eine Datenbank mit den Hashwerten für Content, der komprimitiert ist, zB nach entsprechender Löschmeldung bei einem Filehoster? Gibt es ein Tool mit dem ich ein Passwort erzeugen kann um eine legale Datei so mit zip oder rar zu Packen um äquivalente Hashwerte zu bekommen?...

SPYFAN am 29.11.2009 14:56:20:
Ist ernsthaft davon auszugehen das diese Methode in den nächsten 2-3 Jahren auch in Deutschland eingesetzt oder versucht wird? Mal angenommen ich schicke einem Kunden dieses Providers eine Datei die das Urheberrecht verletzt, wird dann "nur" der Empfänger darauf hingewiesen oder wird man die In...

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