gulli: Viralg: Filesharer sollen Anti-Piracy-Patent zum eigenen Schutz kaufen
29. September 2007

Viralg Filesharer sollen Anti-Piracy-Patent zum eigenen Schutz kaufen

Schon im April 2005 sagte die finnische Firma Viralg das Ende des nicht autorisierten Filesharings voraus. Bis zu 99 % könne man den illegalen Austausch von Dateien eindämmen. Mehr als zwei Jahre später werden nach wie vor Inhalte ohne registrierbare Probleme ausgetauscht. Von einer nahezu kompletten Blockade der Peer-To-Peer-Netzwerke innerhalb oder außerhalb der finnischen Landesgrenzen kann keine Rede sein. Jetzt dreht man bei Viralg den Spieß um und bietet anstatt den Rechteinhabern den Filesharern ihre Patente zum Kauf an.

In einer E-Mail an die Autoren von externer Link in neuem Fenster folgtTorrentFreak erkundigte man sich, ob vielleicht jemand aus der "p2p related community" ihre Patente erwerben möchte? Offensichtlich glaubt man in Helsinki noch immer daran oder möchte zumindest den Eindruck erwecken, man hätte tatsächlich das Monopol auf eine spürbare Eindämmung des Filesharings inne. Und wenn jetzt auch bei der zweiten externer Link in neuem Fenster folgtAuktion bei Ebay die Rechteinhaber sehr zurückhaltend reagiert haben, was nicht weiter überrascht - vielleicht möchte sich ja jemand von der "dunklen Seite der Macht" gegen den Einsatz ihrer Anti-P2P-Technologie schützen? Stellt sich nur die Frage warum man Geld in Patente, respektive in eine Technik investieren sollte, die überhaupt nicht funktioniert?

Dazu kommt die Problematik, dass selbst wenn das "Vergiften" von neuen Releases per Fake-Files effektiv funktionieren würde, der Kauf solcher Patente keinen Schutz für Filesharer oder Hersteller von Filesharing-Clients darstellen würde. Anti-P2P-Firmen wie "MediaDefender" operieren selbst oftmals im Untergrund und bedienen sich auch weniger legaler Mittel. Würde es tatsächlich ein Patent geben, dass alle Filesharing-Netzwerke trocken legt - der Kauf dieser Patente zum Schutz der eigenen Gemeinschaft wäre total sinnlos. "MediaDefender" & Co. würden sich alleine dadurch nicht von ihrer Tätigkeit abbringen lassen. Beispiele für halbseidene externer Link in neuem Fenster folgtUnternehmenspraktiken gab es in der Vergangenheit mehr als genug.

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