Verschlüsselung für Webmailer: Freenigma bringt GnuPG für Web.de- und GMX-Email

gullinews am Montag, 23.10.2006 17:58 Uhr

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Freenigma macht den Sprung von der Beta zur Final und verschlüsselt nun auch Webmail-Accounts von web.de und GMX. Google Mail, Yahoo Mail und Hotmail verschlüsselt das Browserplugin bereits seit seinem Start. Während die Krypto-Aktivisten von freiheit.com mit leicht anwendbarer Verschlüsselung zum "Encrypt the planet!" aufrufen, wird die zentrale Speicherung von öffentlichen wie auch geheimen Schlüsseln auf den Servern von Freenigma kritisiert.

Die Unterstützung offener Standards hat man sich bei Freenigma auf die Fahnen geschrieben: basierend auf der Kryptographielösung GnuPG und dem freien Browser Firefox kann der Dienst auf jeder Plattform genutzt werden, auf der Firefox läuft. Eine Toolbar der Kryptolösung wird anschließend bei der Verwendung der unterstützten Webmail-Clients eingeblendet.

Einmal installiert, verschlüsselt Freenigma anschließend via Javascript die Mails lokal auf dem Rechner, die man ansonsten wie gewohnt im Webmail-Interface der unterstützten eMail-Provider erstellt und versendet. Aus demselben Grund kann Freenigma indessen keine Attachments verschlüsseln.

Den IE unterstützt Freenigma nicht - eine Portierung könnte jedoch folgen, wenn sich genügend Leute eine solche wünschen. Die Freenigma-Entwickler machen aus ihrer IE-Ablehnung jedoch keinen Hehl und raten zum Verwenden des freien Firefox.

Nach wie vor bleibt die Kritik an der Kryptolösung: auch wenn der Dienst Mails auf dem Rechner des Users verschlüsselt, werden immer noch die Schlüsselpaare auf den Freenigma-Servern lokal erzeugt und gespeichert - der öffentliche wie auch der geheime GPG-Key sind damit einer dritten Partei zugänglich. Womit der Service, der an sich antrat, um die einfache Verschlüsselung für jedermann zu ermöglichen, eher zur Missachtung eines Grundsatzes einer verläßlichen Verschlüsselungslösung ermutigt: seinen Private Key nie in die Hände Dritter zu geben.

Empfehlenswerter daher nach wie vor: Verschlüsselung vor Ort, beispielsweise via GnuPG und Thunderbird.

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10 Reaktionen aus dem gulli:Board

MissAntroph am 07.11.2006 22:31:09:
Freenigma wurde entwickelt um Verschlüsselung Volkstauglich und einfach zu gestalten und so ist die Technik an sich sowie die sichere Speicherung des Secretkeys auf deren Server sicherlich keine schlechte Idee. Und woher weiß ich, wer noch alles Zugriff auf den Key (und somit auch ...

Salomon am 07.11.2006 22:45:03:
Und woher weiß ich, wer noch alles Zugriff auf den Key (und somit auch auf meine verschlüsselten daten) hat? Warten wir auf die Pressemitteilung, wo die Keys wegen $Buzzworddeinerwahl rausgerückt werden müssen. Wartest du auch noch darauf, dass wer deine Bank zwingen...

Toady am 08.11.2006 16:22:23:
Verschlüsselung ist in Deutschland nicht verboten und so kann auch niemand eine Herausgabe eines SecKeys erzwingen. Was ist das denn für eine Argumentation? Wenn ein richterlicher Beschluß vorliegt muss der Betreiber alles offenlegen was er weiß. Telefonieren ist in Deuts...

 

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