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27. November 2006
Verbrecher vor dem Verbrechen fassen Pre-Crime für LondonDie Assoziationen zu Minority Report kommen nicht von ungefähr: eine Datenbank der 100 gefährlichsten Mörder und Vergewaltiger soll in London entstehen. Oder besser gesagt: der gefährlichsten potentiellen Mörder und Vergewaltiger, denn sie sollen erfasst werden, noch bevor sie ein Verbrechen begangen haben. Zu diesem Zweck wurden Verhaltensweisen von Mördern und Vergewaltigern genau analysiert. Experten der städtischen Polizei erstellen auf Basis dieser Daten Profile, die auf Muster kriminellen Verhaltens schließen lassen. Darüber hinaus werden Daten potentieller Täter gesammelt: Informationen ehemaliger Partner, Informationen von Psychiatern und Psychologen und vergangene Beschwerden werden zusammengetragen und mit den Profilen echter Täter verglichen, um die Personen zu identifizieren, für die es am wahrscheinlichsten gilt, dass sie schwere Verbrechen begehen. "Wir versuchen, [den Mörder] Ian Huntley zu erwischen, bevor er rausgeht und einen Mord begeht. Dann haben wir die Möglichkeit, etwas zu stoppen, was zu einem tödlichen Ereignis werden könnte." Dies die Vision der Kriminalpsychologin Laura Richards vom Profiling-Projekt der Londoner Polizei. Wie immer äußern Datenschützer große Bedenken angesichts der geplanten Datenbank. Die massive Überwachung von Menschen anläßlich einer hypothetischen Tat, an die sie möglicherweise nicht einmal selbst denken, sei höchst fragwürdig. Man sei in die Überwachungsgesellschaft "schlafgewandelt", so der britische Informationsbeauftragte Richard Thomas. Das erste Mal, dass die britischen Überwachungsstrukturen zu Bedenken führen, ist die Kritik an der kommenden Pre-Crime-Abteilung nicht. Insofern liegt Thomas falsch: in die Überwachungsgesellschaft ist man sehenden Auges hineingelaufen. Und nun lebt man mittendrin. Verwandte News
Trackbacksich frag mich immer, wie lange soll man sich das alles anschauen, bis man geht. ein guter vergleich ist, wann wäre man selbst damals als jude im dritten reich gegangen? eine schwierige frage, die aber in der heutigen zeit immer mehr an bedeutung gewinnt. Palatinum am 27.11.2006 22:28
danke an alle kreativen köpfe hier die ihre zukunftsvisionen preisgeben (wenn auch übertrieben).. aber das allein zu lesen und sich zu fragen: "muss ich mich mit sowas echt bald auseinandersetzen?" macht mir schon angst. das ist an sich sowas von unverschämt, einfach hingehen und "profile" zu erstellen(haben die herren auch schon mal was von individualismus und situationsbedingtes handeln gehört?) Wo bleiben die elektronischen Halsbänder ... Wandang am 28.11.2006 00:45
Macht mir immer mehr Angst in der heutigen Gesellschaft zu leben. Vielleicht werd ich ja gerade sogar beobachtet und ein Profil von mir erstellt Schnally am 28.11.2006 11:15
Wer Schaf sein will soll es sein in irgendwelchen Namen,aber ich nicht!! NeumenizA am 28.11.2006 22:29
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