Ein transantlantisches Bündnis von Verbraucherschutzorganisationen hat in einer gemeinsamen Erklärung die jeweiligen Regierungen dazu aufgerufen, klarere Regeln zur Netzneutralität zu schaffen. Netzneutralität, das Gleichbehandeln aller Datenpakete unabhängig von Herkunft, Ziel, Protokoll, Inhalt oder geleisteten Sonderzahlungen an den Carrier, ist seit längerer Zeit ein heiß diskutiertes Thema insbesondere in den USA, seit einiger Zeit auch in Europa.
Der Trans-Atlantic Consumer Dialog (TACD), eine Vereinigung von 65 europäischen und amerikanischen Verbraucherschutzorganisationen, hat dazu einen Katalog mit klaren Definitionen von Netzneutralität geschaffen, an dem sich künftige gesetzliche Regeln in der EU und den USA orientieren sollen. Dabei richten sich die Vorschläge vor allem an das Verhalten der Internet Service Provider (ISP).
Allerdings verdeutlicht der Vorschlagskatalog auch, dass Netzneutralität nicht absolut ist. Klargestellt wird unter anderem, dass ISPs gegen schädliche oder illegale Inhalte, wie Viren oder Urheberrechtsgeschützte Werke, vorgehen dürfen.
Zentrales Thema des abschließenden Vorschlagskatalogs an die Regierungen ist daher die Schaffung von klaren Richtlinien zur Netzneutralität nach den Gesichtspunkten eines effektiven Verbraucherschutzes und die Einrichtung entsprechend bemächtigter Kontrollinstanzen. Damit soll eine Einhaltung der Regelungen durch die ISPs gewährleistet werden. (Bericht: Simon Columbus)
(via)
freifahrtschein für zensur durch isps oder was soll das bringen?
Klingt für mich eher nach einem Codex wie "vor Gott, den Regierungen und schließlich den ISP sind alle Datenpakete gleich". Was durchaus zu begrüßen wäre.