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02. Juni 2007

Venezuela TV-Sender nach Verbot bei Youtube

Der kritische venezolanische Sender RCTV wehrt sich aktiv gegen ein verhängtes Sendeverbot im nationalen terrestrischen Netz. Anstatt sich auf die verbliebenen Sendewege zu beschränken, werden die aktuellen Berichterstattungen aufgezeichnet und wenig später auf dem Video-Dienst Youtube jedem Internetnutzer angeboten.

Journalistische Kritik wird nicht in jedem Land der Erde geschätzt. Besonders in Venezuela wird die Meinungsfreiheit derzeit mit Füßen getreten. Der private Sender Radio Caracas Television (externer Link in neuem Fenster folgtRCTV) ist über die Staatsgrenzen für die kontroverse und stets kritische Berichterstattung bekannt. Präsident Hugo Chávez wirft dem Sender direkte Beeinflussung von Putschisten und den Verstoß gegen Mediengesetze vor. Die Regierung versuchte schon mehrmals ohne Erfolg die Beiträge des Senders zu unterbinden.

Nun wurde dem Sender die auslaufende terrestrische Sendelizenz nicht verlängert. Zwar bleiben die Wege über Kabel und Satellit, doch aufgrund geringer Verbreitung der moderneren Empfangsformate fehlt ein großer Teil der Zuschauer. Dagegen verbreitet sich das Internet als Informationskanal rasant. „Wir kombinierten in großem Zeitdruck die neue Situation und versuchten mit der Austrahlung per Youtube einen ganz neuen Weg“, erklärte RCTV-Vizepräsident Maribel Morales am vergangenen Freitag. So werden jeden Tag die Sendungen von „The Observer“ aufgezeichnet, zeitgleich digitalisiert und noch am gleichen Tag auf Youtube eingestellt.

RCTV sprengt bei Youtube zeitweise die Hitlisten der begehrtesten Videos, was bei der verhältnismäßig geringen Anzahl an Spanisch sprechenden Youtube-Nutzern eine große Leistung ist. Doch trotz des großen Erfolgs im Internet können die Zugriffszahlen nicht die verlorenen venezolanischen Zuschauer ausgleichen. Tausende Demonstranten versammelten sich in den Straßen der Hauptstadt Caracas und forderten die sofortige terrestrische Sendelizenz.  Außenminister Nicolas Maduro bezeichnet jedoch die Demonstranten als „arrogante Studenten der Oberschicht“ und lässt sich vom aufkommenden Protest nicht beirren. Eine Einigung im Sendestreit ist nicht abzusehen.

  • 20 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von sphaeroid  GG Artikel 20 nicht vergessen, Staatsoberhaupt in Deutschland ist das Volk. Man müsste also zum Putsch gegen das Volk aufrufen und dies in einem Sender propagieren. Das kommt mir bekannt vor. Die SED argumentierte auf die Frage, weshalb es in der DDR keine Opposition gäbe genauso

    Herr Schramm am 03.06.2007 21:45
  • Zitat: Zitat von sphaeroid  GG Artikel 20 nicht vergessen, Staatsoberhaupt in Deutschland ist das Volk. Man müsste also zum Putsch gegen das Volk aufrufen und dies in einem Sender propagieren. Da fällt mir ein: "Christiansen", öffentlich rechtliches Fernsehen, Politiker die für Grundgesetzänderungen plädieren zur Einschränkung der souveränen Rechte des Volkes. Das könnte man im Sinne von GG20 als ...

    ReinerMann am 04.06.2007 09:12
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