Seit dem 4. Juli waren eine Reihe südkoreanischer und amerikanischer Websites Opfer der Angriffe geworden. "Alle Finger" zeigten auf Nordkorea, erklärte Hoekstra in der Radiosendung "America's Morning News". "Einige der besten Leute in Amerika" hätten den Fall untersucht und seien zu dem Schluss gekommen, dass "das nicht irgendwelche Amateure sein können". Der konservative Politiker forderte daher den Präsidenten zu einer harten Reaktion auf.
"Sei es ein Gegenschlag im Cyber, seien es mehr internationale Sanktionen [...] aber es ist Zeit für Amerika und Südkorea, Japan und andere sich Nordkorea entgegenzustellen oder das nächste Mal [...] werden sie kommen und das Bankensystem abschalten oder sie werden Finanzdaten manipulieren oder sie werden das Stromnetz manipulieren, entweder hier oder in Südkorea. Oder sie werden es versuchen, und sie könnten sich verkalkulieren, und Menschen könnten getötet werden," so der Abgeordnete.
Schützenhilfe bekam Hoekstra von Michael Malone. Der Kommentator von ABC News hält sich für "einen der bekanntesten Technik-Journalisten der Nation": "Wann verlassen wir unsere Wartestellung und verfolgen aktiv Regierungen, die uns über den Cyberspace angreifen? Wird es sein, nachdem ein Netz-Pearl Harbor uns überrascht und unsere Finanzmärkte zerstört - oder Tausende tötet, die eingeschlossen sind in computergesteuerten Transportsystemen, die Amok laufen, oder in einer dunklen Stadt während eines Blizzards oder einer Hitzewelle, oder Babies in mikroprozessorgesteuerten Brutkästen? Und lange davor, warum können wir auf solche einen Angriff einer fremden Regierung nicht mit Bomben oder Raketen antworten, sondern indem wir die digitale Infrastruktur dieses Landes zerstören?"
Hoekstra und Malone bezogen sich beide auf eine Reihe von DDoS-Angriffen auf etwa vierzig südkoreanische und amerikanische Webseiten. Quelle der Attacken scheinen etwa 50.000 mit dem fünf Jahre alten MyDoom-Wurm infizierte Computer zu sein. Unter den Zielen befanden sich Wirtschafts- und Regierungsseiten aus den beiden Ländern. Allerdings hatten nur wenige Seiten ernsthafte Probleme, mit der Belastung fertig zu werden. Angebote wie Amazon überstanden die Angriffe ohne erkennbare Beeinträchtigung.
Der Vorwurf, die Attacken gingen von Nordkorea aus, wurde erstmals von einem südkoreanischen Beamten vorgebracht. Experten sehen das allerdings als höchst unwahrscheinlich an. Der Ursprung eines solchen Angriffes ist nur äußerst schwer festzustellen. Zudem sind, um Wired: Threat Level zu zitieren, "DDoS-Attacken [...] eine der unkompliziertesten Angriffsarten, die ein Hacker ausführen kann".
Im vorliegenden Fall scheint der Angreifer sich nicht einmal die Mühe gemacht zu haben, eigenen Code zu schreiben. Stattdessen hat er sich amerikanischen Experten zufolge bei anderen Malware-Programmierern bedient. Zudem habe er keinerlei Versuche unternommen, Anti-Virus-Programme an der Entdeckung des Codes zu hindern. Die Experten folgern daraus, dass der Angreifer lediglich auf Aufmerksamkeit aus gewesen sei. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Nordkorea oder irgendein anderer Staat hinter den Attacken stehen könnte.
Kommentar: Eine letzte Häme gegenüber Hoekstra und Malone kann ich mir nicht verkneifen. Aber Cyber-Attacken gegen Nordkorea zu fordern, das ist, als würde man mit Kanonen auf imaginäre Spatzen schießen. Ist doch das Land gerade dafür bekannt, überhaupt keine "digitale Infrastruktur" zu haben, die Malone gerne zerstören würde. (Simon Columbus)
via Wired: Threat Level, thx!
Photo: cc-by von yeowatzup, thx!
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6b616e am 12.07.2009 18:42:04: |
Agit21_bln am 13.07.2009 11:01:58: |
Dopex84 am 16.07.2009 16:17:12: |