gulli: USA: Kalifornien will stärker gegen Piraterie vorgehen
13. März 2008

USA Kalifornien will stärker gegen Piraterie vorgehen

US-Bundesstaat Kalifornien debattiert über zwei neue Gesetzesentwürfe. Demokrat Paul Krekorian fordert deutlich höhere Schadensersatzforderung bei Massenpiraterie. Sein Wahlkreis wäre stark von diesem Problem betroffen. Vor allem möchte er auch, dass illegale Downloads von diesem Gesetzt erfaßt werden. Ein anderer Gesetzesentwurf befaßt mit den Strafen für den Transport von gefälschten Gütern.

Erst kürzlich äußerte sich Lawrence Lessig darüber, dass es taktisch unklug wäre, eine "Piratenpartei" in den USA zu haben, um die öffentliche Diskussion zu führen. Aber vielleicht wäre gerade aufgrund der aktuellen Diskussion gerade dort eine politische Willensbildung möglich, die eben nicht per se von Piraterie ausgeht. Denn laut kaliforischen Politikern und Interessensvertretern setzt sich illegale Massernpiraterie vor allem aus "Gangs" und "Studenten" zusammen.

Piraterie würde der Industrie massive Einnahmeverluste bereiten. Wie die Daily News berichtet, soll dass in Zahlen ausgedrückt einen Umsatzverlust von 5,2 Millionen Dollar und über 100000 Arbeitsplätzen im Bundesstaat Los Angeles für 2005 bedeutet haben. Auch 483 Millionen Dollar Steuern sollen entgangen sein. Interessanterweise geht es bei diesen Berechnungen nicht nur um das Problem der Raubkopie, sondern auch Plagiate finden Eingang in diese Rechnung. Organisierte "Gangs" sehen im Handel mit Plagiaten eine Alternative zum Drogenhandel, weil Strafen und Risiko geringer seien. Angeblich gibt es viele Verbindungen zwischen Raubkopie-Ringen und diesen Gangs. In dem diskutierten Gesetzesentwurf geht unter anderem um das Stafmaß organisierter Kriminalität.

Die Recording Industry Association of America (RIAA) wendet sich an Studenten und Universitäten des Landes. Sie sagt, dass Studenten ein großen Teil des Problems um illegale Downloads darstellen, weil vor allem in diesen Kreisen Musik und Filme verbreitet werden. Knapp die Hälfte aller Studenten würden illegal Dateien herunterladen. Sie forderten Universitäten auf, dem Problem die Stirn zu bieten, indem sie technologische Schranken in ihre Netzwerke einbringen. Die Universität von Kalifornien erwiderte bereits, dass solche Maßnahmen für sie ein Dilemma mit sich bringen würde. An den Universitäten würde mit den Technologien geforscht und gearbeitet werden. Wenn man die Möglichkeiten an dieser Stelle nun einschränken würde, so beschneide man auch gleichzeitig die Möglichkeiten, akademisch Forschen und Arbeiten zu können. Hinzu kommt, dass viele Studenten nicht das Campus-Netzwerk nutzen und man durch Beschränkung höchstes 25 Prozent der Studenten erreichen würde.

  • 10 Kommentare zum Artikel
  • Das mit den arbeitsplätzen is doch totaler güllquark. Die musikmafia is doch keine beschäftigungsintensive branche, zumindestens wenn man von der cd produktion und deren vertrieb redet. Da hats doch keine tausende würmchen die an fliessbändern werkeln. Wenn nokia eine komlette produktionsstätte platt macht gehen keine 5000 arbeitsplätze drauf, und da haben die leute mit den händen die dinger zusammengesetzt. Die paar schlipsträger die ihren ...

    mcbierle am 14.03.2008 00:02
  • man muss immer bedenken, das dass geld das man der muskindustrie NICHT in den rachen wirft, nicht irgendwo verpufft sondern in anderen industriezweigen ausgegeben wird, wie zb datenträger ......nahrungsmittel. und dort werden auch jobs geschaffen, warscheinlich sogar mehr weil das geld besser verteilt wird.

    hodosaurus am 14.03.2008 05:13
  • Zitat: Zitat von zresu Die Plattenfirmen wollen also von jedem Kalifornier etwa 6 Euro im Monat haben, hätten sie auch gleich sagen können. Ich rieche eine Kulturflatrate... Und sogar günstiger als ein Alpha-/First-/Wie-auch-immer-Load-Abo.

    xboxspule am 14.03.2008 10:47
  • Zitat: Organisierte "Gangs" sehen im Handel mit Plagiaten eine Alternative zum Drogenhandel. OMG! Die Drogendealer hören auf Drogen zu verkaufen! Da muss man was machen.

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