gulli: USA: Gericht stärkt freie Lizenzen

Anzeige

gulli:Newsbox

14. August 2008

USA Gericht stärkt freie Lizenzen

Am vergangenen Mittwoch hat ein US-Gericht entschieden, dass es sehr wohl eine Urheberrechtsverletzung darstellt, wenn sich nicht an die Bedingungen freier Lizenzen gehalten wird. Lawrence Lessig, der Erfinder der Creative-Commons-Lizenz bezeichnete diese Entscheidung "von eminenter Bedeutung".

Ein US-Bundesgerichtshof in Washington hatte vergangenen Mittwoch ein weit reichendes Urteil gesprochen, welches freie Lizenzen wie Creative Commons (CC) oder die GNU General Public License (GPL) enorm stärken wird, so Lessig.

Dieser berichtete in seinem Weblog über den Fall Jacobsen gegen Katzer, in welchem das Urteil gefällt wurde. Robert Jacobsen hatte eine Software zur Steuerung von Modelleisenbahnen entwickelt, welche er unter der freien Artistic License kostenlos im Netz verteilte. Eine Bedingung dieser Lizenz ist es, dass Programmierer den Code weiterverwenden dürfen, wenn sie ihn unter denselben Bedingungen weiterverbreiten. Die Softwareentwickler Katzer & Kamind Associates, welche ebenfalls Steuerungssoftware für Modelleisenbahnen herstellten, nutzten Jacobsens Programmcode in einem ihrer Produkte, welches sie verkauften. Im Rahmen der Artistic License wäre dies jedoch verboten gewesen. Jacobsen informierte sie über diesen Sachverhalt. Katzer&Kamind begannen daraufhin, Jacobsen mit einer Patentverletzungsklage zu drohen, woraufhin dieser eine Urheberrechtsklage einreichte. Nach über zwei Jahren hat man nun eine höchstrichterliche Entscheidung. Der Richter hob das gegensätzliche Urteil eines Bezirksgerichtes auf und erklärte, dass Kamind&Katzer eine Urheberrechtsverletzung begangen hatten, als sie sich nicht an die Richtlinien der Artistic License gehalten hatten. Dabei erwähnte der Richter auch ausdrücklich die GNU General Public License sowie die Creative Commons Lizenz, und bezeichnete diese als gleichartig und somit den gleichen Schutz genießend. (Firebird77)

(via futurezone, thx!)

  • Zitat: es gibt doch noch ein bischen gerechtigkeit auf dieser welt zum Glück... Und was müssen die jetzt an Schadensersatz zahlen?

  • Zitat: Zitat von Xenor  zum Glück... Und was müssen die jetzt an Schadensersatz zahlen? sie müssen den verkauf einstellen, oder mit ihm bezüglich dem eine einigung treffen, so dass sie den code trotzdem benutzen können. jep, strafe wäre onch interessant gewesen

    musicjunkie am 15.08.2008 09:46
  • Glaubt mir, ich hätte die Schadenersatzsumme in die News getippert. Leider hats keine gegeben. Aus dem Urteil: Zitat: At oral argument, the parties admitted that there might be no way to calculate any monetary damages under a contract theory. Aus dem Kontext gerissen, aber wenn man das Urteil liest scheint es so, als sei es Jacobsen nur um sein Urheberrecht gegangen. Er wollte scheinbar keine Kohle für die ...

    Firebird77 am 15.08.2008 09:57
  • Schade, ich finde, dass die es eher verdient hätten. als so mancher Privatmensch...Aber gut, da sind hier wahrscheinlich alle einer Meinung

  • © copyright 1998-2009 gulli.com  | home | sitemap | kontakt | impressum | partner | downloads |