gulli: USA: Duke University fordert Beweise für angebliche Urheberrechtsverletzungen ihrer Studenten

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15. November 2008

USA Duke University fordert Beweise für angebliche Urheberrechtsverletzungen ihrer Studenten

Die Duke University dürfte sich mit einer neuen Regelung bei der Recording Industry Association of America (RIAA) äußerst unbeliebt gemacht haben. Der Interessensverband verfolgt bereits seit geraumer Zeit Studenten, welche ihre P2P-Tauschbörsen ans Campus-Netzwerk anschließen, um von dort urheberrechtlich geschützte Inhalte zu beziehen. Bislang wurden Abmahnungen, die an die Unis versandt wurden, ohne größere Ausnahmen an die jeweiligen Studenten weitergeleitet.

Die Duke University sieht sich jedoch inzwischen außerstande, an diesem Katz-und-Maus Spiel weiterhin teilzunehmen. Das Versenden eines Briefes, in welchem eine IP-Adresse, eine Uhrzeit sowie eine Datei genannt werden, soll nämlich ein handfester Beweis für die Rechtsverletzung sein.

Jedoch werden immer öfter auch Fehler seitens der Privatermittler der RIAA bekannt, welche deren fehlerfreie Ermittlungstaktiken in ein eher schwaches Licht rücken. Umso verständlicher ist es, dass sich die Duke University nun endlich gegen die Flut an Briefen wehrt, die regelmäßig an der Uni eingehen. Im vergangenen Jahr hatte die Universität rund 1.000 Briefe erhalten, die diese über das rechtsverletzende Verhalten ihrer Studenten aufklärten und forderten, die Briefe an diese weiterzuleiten. Darunter befanden sich ebenfalls 40 Anhörungsbögen vor einem möglichen Zivilprozess, 21 Einigungsangebote (für ein nicht unbedeutendes Entgelt) sowie acht Vorladungen.

Eine neue Richtlinie der Duke University fordert nun jedoch eine lückenlose Darlegung der Beweise, ehe die Briefe an die betroffenen Studenten weitergeleitet werden. Mit Beweisen hatte es die RIAA in der Vergangenheit bereits nicht besonders leicht, wie in den wenig geführten Prozessen deutlich wurde. Auch deren Privatermittler stehen nach wie vor im Rampenlicht, da es ihnen in einigen Bundesstaaten an der notwendigen Lizenz mangelt, um private Nachforschungen zu bewerkstelligen.

Des einen Leid ist aber bekanntermaßen des anderen Freud. Der Vizepräsident der Studentenvereinigung, Larry Moneta, brachte hervor, dass es sich hierbei keinesfalls um bösen Willen handeln würde. Vielmehr wolle man sicherstellen, dass nicht die Falschen - wie bereits einige Male vorgefallen - mit einem möglichen Rechtsstreit konsultiert werden. "Was wir damit zum Ausdruck bringen wollen ist, dass wir zuerst Beweise sehen wollen, dass vom [PC des] Studenten tatsächlich etwas heruntergeladen wurde, bevor wir ihm diese Mitteilung weiterreichen. Wenn die RIAA nicht beweisen kann, dass tatsächlich ein illegales Verhalten an den Tag gelegt wurde, dann werden wir ihr auch nicht entgegenkommen", so Moneta. (Firebird77)

(via zeropaid, thx!)

  • Schön, dass es doch noch vernünftige Leute gibt, die die zweifelhafte Richtigkeit der schlampig geführten IP/File-Listen in Frage stellen.

  • bei den meisten news gehts mir hinterher schlecht und ich ärger mich. jez grad hab ich so ein kleines rachegrinsen auf

    fishwisch am 16.11.2008 12:43
  • Sehr schön, dass sich jemand für die Abmahnwahnopfer einsetzt.

    Destiny666 am 16.11.2008 13:18
  • Endlich stellt sich die Uni schützend vor ihre Studenten... Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, dass die restlichen Unis die Post einfach an ihre Studenten weiterreicht... Ich würde den einen Brief zurück schicken "Milhouse doesn't live here anymore"

    Toronto am 17.11.2008 09:39
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