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08. Juni 2008
USA Direktive zur biometrischen Vollerfassung erlassenWie Kai Billen auf seinem Blog Ravenhorst berichtete, unterzeichnete Präsident Bush kürzlich eine Direktive zur biometrischen Vollerfassung aller terrorverdächtigter Personen. In der Anordnung werden zahlreiche Behörden und Ministerien in den USA angewiesen, die biografischen und biometrischen Daten und Informationen zu sammeln, speichern, analysieren und miteinander austauschen. Dies betrifft auch Behörden, die noch im Aufbau befindlich sind. Die Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus sollen so maximiert werden. Wen diese Direktive genau betreffen soll, wird aber nicht beschrieben. Zweck der Direktive ist es, neue Rahmenbedingungen für zahlreiche Behörden des Landes zu schaffen. Bereits im Jahr 1968 schrieb der amerikanische SF-Autor Philip K Dick die Romanvorlage "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" zu diesem Kultfilm, der 1982 mit Harrison Ford und Rutger Hauer in den Hauptrollen in die Kinos kam. Ein Forschungsteam der Uni Buffalo arbeitet an einer Testmethode, bei der zahlreiche Daten eines Menschen Doch zurück zur Gegenwart: Die Pläne des Präsidenten zielen auf alle Personen ab, die von den US-Sicherheitsbehörden als Terroristen oder Terrorverdächtige eingestuft werden. Die Anweisung betrifft aber auch alle Person, die lediglich eine mögliche Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen könnten. Womit man sich dazu qualifiziert, um in diesen Personenkreis aufgenommen zu werden, bleibt allerdings unklar. Zählen Journalisten, die in der Vergangenheit negativ über die USA berichtet haben, bereits zur Kategorie Staatsfeind? Reichen kritische Posts in einem Weblog aus, um zu einer möglichen Bedrohung des Landes zu werden? Sind Träger von Amuletten in Pistolenform bereits gefährliche Individuen? Sagt das Motiv eines T-Shirts, etwa von einem bewaffneten Roboter, etwas über die mögliche Gewaltbereitschaft eines Reisenden aus? All dies bleibt Auslegungssache des Mitarbeiters der Behörde, die die betreffende Person aufgreift. Und es erscheint so, als wenn es kein Zufall wäre, dass man diese Dinge im Vorfeld nicht genauer definiert hat. Somit wurden die Handlungsmöglichkeiten der Ermittler schon jetzt aufs Maximum ausgedehnt. Die Bestimmungen für Reisewillige verschärfen sich indes immer mehr. Anfang Juni wurde bekannt, dass man sich ab Januar 2009 mindestens drei Tage vor Ankunft in den USA bei den Behörden online registrieren muss. An allen Grenzübergängen sollen neue Lesegeräte aufgestellt werden, die spätestens ab Juni 2009 sowohl bei Ein- als auch bei der Ausreise alle zehn Finger scannen sollen. Man schätzt, dass bisher die Daten von bis zu 90 Millionen Menschen erfasst wurden. Ganze 2.400 Personen konnten daraufhin wegen gefälschter Pässe oder eines Verbrechens dingfest gemacht werden. Man muss kein Mathematiker sein, um zu erkennen, dass die Erfolgsquote dieses Verfahrens, dass noch stark ausgeweitet werden soll, schon jetzt gegen null verläuft. Bei diesem Hintergrund erscheint die Geschichte der Blade Runner so real wie nie zuvor. (via ravenhorst, thx!) Verwandte News
Trackbacks
wie hieß es doch so schön eine gesellschafft, die ihre freiheit für ihre sicherheit opfert, ist beides nicht wert. griever92 am 09.06.2008 00:18
Richtig. Und das trifft bis auf Indien meiner Meinung nach auf alle Industrie- und Schwellenländer zu. eliveo am 09.06.2008 10:41
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