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21. April 2008

USA 58 Prozent der Musik wurde nicht "gekauft"

Die Zahlen über "nicht legal erworbene Musik" erscheinen oftmals grotesk, die vermeintlichen Verluste der Musikindustrie, die diese häufig lautstark ausdrückt ebenso. Eine aktuelle Statistik der Marktforscher von NPD in den USA zeigt, wohin die CD Käufer nach und nach abwandern. Und warum die sinkenden Verkaufszahlen der Silberscheiben demzufolge nicht den Untergang der Musikindustrie einläuten werden. Erneut bewahrheitet sich eine alte Binsenweisheit, die noch immer gültig ist: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Einer aktuellen statistischen Analyse der NPD Group Inc., eines der führenden Online-Analyse Unternehmen der USA, handelt es sich bei 58% der im Umlauf befindlichen Musik um nicht käuflich Erworbene. Das Ergebnis an sich ist jedoch durchaus interessant. So zeigte sich im Verlauf des Jahres 2007 ein geringfügiger Anstieg an Musik, die umsonst angeeignet wurde, und eine absteigende Tendenz für Musik, die unbezahlt angeeignet wurde. Die Rede ist hierbei von legalen Kopien, wie etwa einer Radioaufzeichnung sowie dem guten alten Filesharing.

Der Markt für legale bezahlte Downloads erlebte ebenfalls eine gewisse Aufbruchsstimmung. Von 7% auf 10% stiegen diese im Vorjahr an. Im Gegensatz hierzu fielen die CD Verkäufe von 41% auf 32% ab, was jedoch nicht automatisch bedeutet, dass die Musikindustrie im gleichen Atemzug Verluste durch das Filesharing erfahren hätte. Vielmehr zeigt es, dass der Konsument nicht mehr willens ist, jedes x-beliebige Produkt, von dessen Qualität er nicht überzeugt ist, zu einem völlig überhöhten Preis käuflich zu erwerben.

Eine weitere "äußerst amüsante" Feststellung der Studie ist die Tatsache, dass die juristischen Vorgehensweisen der Musikindustrie gegen die Filesharer scheinbar ins Leere laufen. Eine Erhöhung des Filesharings von 14% auf 19% wurde seitens der NPD festgestellt. Glücklicherweise ist an dieser Stelle jedoch anzumerken, dass die Anzahl an "Privatkopien" bzw. gerippten CDs von Freunden, denselben identischen Wert, nämlich 19% aufweist. Ein weiteres elementares Ergebnis der Studie war außerdem, dass noch immer zahlreiche Menschen bevorzugt Radio hören, dicht gefolgt von der CD. Nichtsdestotrotz stellte die NPD Group fest: "Digitale Musik ist stark im Kommen (...)". Das ist sicherlich eine etwas kontroverse Nachricht für die Musikindustrie, da Dateien auf MP3-Playern der einfachste Weg sind, geliehene und gestohlene Musik zu hören.

Ein Fazit des Ganzen wäre also, das durchaus unbezahlte Musik im Umlauf ist, der Anstieg von legal erworbener Musik via Downloads jedoch rasant zunimmt, und wahrscheinlich die Zukunft darstellen könnte. Auch wenngleich die Anzahl an CDs damit einhergehend rapide absteigen wird.

Um diesem Trend noch mehr Aufwind zu geben, sollten die Hersteller künftig auf jeglichen Kopierschutz verzichten und die Downloads im Netz noch preisgünstiger anbieten. In diesem Fall würden sich noch mehr Musikliebhaber überlegen, ob sie die Musik ihrer Wahl künftig nicht doch legal erwerben möchten. (Autor: Firebird77)

  • 14 Kommentare zum Artikel
  • Ich sehe da ein großes Problem drin, dass man seine Musik kaum legal zu angemessenen Preisen erwerben kann. Es ist nötig, für Musik zu bezahlen, wovon sollen kleinere Künstler sonst leben? Qualitätseinbußen sind sonst die Folge. Aber 20€ für eine CD zu bezahlen ist einfach völlig übertrieben, besonders wenn ich sie sowieso auf MP3-Player höre, dessen Speicherkapazität einfach gigantisch ist... Auch der bezahlte Download ist noch immer recht ...

    afafafaf am 22.04.2008 13:41
  • Interessanter Bericht mit nachvollziehbarer Schlussfolgerung. Ich würde mir wünschen, dass auch die MI mal so sachlich an das Thema ginge. Leider wird zu oft der Gegensatz gebracht "unbezahlte Musik - legal bezogene Musik". Das wirkt immer so, als sei unbezahlte (also nicht noch einmal extra bezahlte (GEZ/Gema)) Musik illegal. Der Radiomitschnitt wurde im Beitrag aber immerhin erwähnt. Solange das Tauschen von Musik über ...

    Maddien am 23.04.2008 09:06
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