gulli: US-Killerspiele: Was käme nach einem Spielverbot in Deutschland?

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14. Dezember 2006

US-Killerspiele Was käme nach einem Spielverbot in Deutschland?

Wer sogenannte "Killerspiele" verbreitet, soll mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden - so (umstrittene) Pläne nicht nur einiger Hardliner in einigen Innenministerien. Während Weltfremdheit und merkbefreiter Aktionismus der "Killerspiel"-Gegner langsam mehr als beunruhigende Qualität annimmt, ist es durchaus amüsant, sich die Folgen für einige Hersteller und Verbreiter von Killerspielen zu überlegen.

Denn "Hersteller und Verbreiter" sind nicht nur die einschlägigen Gameschmieden, die um den deutschen Markt zittern. Unter den Killerspielproduzenten befindet sich das eine oder andere durchaus interessante Exemplar.

Beispielsweise die US-Army bzw. das US-Verteidigungsministerium. Produkt: Americas Army. Das Militärpripagandaspiel wird kostenlos angeboten, auch von Deutschland aus steht dem Download allenfalls die Größe im Weg: 2,5 Gigabyte wollen erst einmal gezogen sein.

Von einer Alterskontrolle kann keine Rede sein: metzelwillige Kinder werden wahrscheinlich nicht einmal den "Teen"-Button auf der Americas Army-Seite wahrnehmen, der darauf hinweist, dass das Spiel ab 13 Jahren freigegeben ist. Bei den zahlreichen Mirrors dasselbe Bild: auch ein deutscher Mirror von worthdownloading.com verzichtet auf eine Überprüfung, wer in welchem Alter Krieg spielen möchte.

Americas Army HäuserkampfUS-Armee und Verteidigungsministerium betreiben die Seite. Und die Führungskräfte der einen oder auch der anderen Institution dürften sich gelegentlich auch in Deutschland aufhalten. Ob die Schünemanns und Becksteins die Militärprominenz dann sofort verhaften lassen oder sie doch erst darum ersuchen, das Game für deutsche IPs zu blocken?

Ebenso amüsant wird die Überlegung, wie gewisse radikalchristliche Gruppen in den USA noch etwaige Deutschlandurlaube planen können. "Left behind", ein schlecht gemachtes Abmetzeln bzw. Bekehren verstockter Nichtchristen vor der Ankunft des Antichristen, wird vom Hersteller "Left Behind Games" vertrieben. Natürlich wird es ebenso über Amazon und eine Reihe weiterer Shops - in Deutschland wie auch in den USA angeboten.

Ob die im vorauseilenden Gehorsam zügig die Angebote für Deutschland sperren? Oder ob sie es darauf ankommen lassen, eine mögliche Gesetzesänderung abzuwarten?

Hardliner unter den "Killerspiel"-Gegnern fordern eine Gleichstellung der Spiele beispielsweise mit kinderpornografischem Material. Und die Vorstellung, entsprechende Gesetze würden beispielsweise auf radikalchristliche Gruppen oder Führungskräfte der US-Armee angewendet, sollten sie sich dereinst nach Deutschland wagen, amüsiert. Der neugefasste §184b StGB:

"In den Fällen des Absatzes 1 oder des Absatzes 2 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren zu erkennen, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat..."

Das sollte im Fall der US-Army ja durchaus gegeben sein.

  • 31 Kommentare zum Artikel
  • ich frage mich bloß was hätten die politiker gesacht wenn die "amokläufer" statt dem sündenbock counter strike, das spiel wie zum beispiel teletabies gezockt hätten das wäre mal ne gute frage

    gamerfreak66 am 17.01.2007 19:31
  • Zitat: Zitat von amondaro Moin, Natürlich werden Killer-Spiele verboten,sie sind gefährlich und schaden den Menschen,und unsere Politiker spielen solche Spiele nicht. Nur real sind sie bei der Sache,Bosnien (Jugoslavien),Afghanistan,Irak,Kongo etc. Da macht es Spass ,den sie müssen da ja nicht hin. Dann lieber... Wenn so ein Politiker nach Stunden langen diskussionen über ein Verbot von Killer-Spielen ...

    kabelbeisser am 20.01.2007 05:51
  • Zitat: Zitat von lost soul Ich krieg Anfälle,wenn ich wieder mal höre/sehe/lese,dass "Killerspiele" verboten werden sollen. Ich seh's schon kommen : Wenn das "Killerspiel"-Verbot durchkäme,werden die sch... Politiker die Steuern in allem möglichen nochmals erhöhen,nur um den finanziellen Verlust im Spielekauf-Bereich dadurch wieder reinzukriegen. Ich kann es nich mehr hören.Die Politiker ...

    kabelbeisser am 20.01.2007 06:00
  • Killerspielzeug fürs Büro Man muss wahrscheinlich ein rechter Kindskopf sein, um das neuste Angebot von Pearl gut zu finden: eine per USB mit dem Computer verbundene Raketenabschussrampe. Sie feuert per Mausklick Schaumstoff-Raketen. Das ist politisch nicht korrekt, aber sicher sehr vergnüglich - vor allem, wenn der Schreibtischnachbar auch eine hat. Das militärische Komplettset kostet 19,90 Euro. Es enthält drei Raketen, eine ...

    kabelbeisser am 20.01.2007 06:28
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