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07. November 2005

US-County will ungesichertes WLAN verbieten

Gesetzesentwurf soll Datenschutz fördern

Eher halbherzig oder von fehlendem Technikverständnis geprägt ist der Vorstoß von Politikern im Westchester County, einem New Yorker Vorort. Drahtlose, öffentlich nutzbare Netzzugänge ohne Firewall sollen dem Gesetzesentwurf gemäß verboten werden, man ist zuversichtlich, das Gesetz nächstes Jahr in Kraft treten zu lassen.

Begründet wird die skurrile Maßnahme mit den Gefahren des Datenklaus und des Identitätsdiebstahls. Kreditkartennummern, Sozialversicherungsnummern und andere vertrauliche persönliche Informationen könnten bei der Nutzung eines offenen Hotspots leicht abgehört und verwendet werden, so die Befürchtungen in der Presseerklärung des Counties.

Wi-Fi ist, vernünftig eingesetzt, eine wunderbare Technologie. Den eigenen Rechner zu sichern verursacht wenig bis keine Kosten. Das Setup eines Funknetzes mit grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen dauert wenige Minuten und es existieren kostenlose oder günstige Personal Firewalls, die Eindringlingen den Zugriff auf Ihre persönlichen Daten verwehren, so in der Pressemitteilung. Nun bringt eine Firewall auf dem Rechner, der das WLan ins Internet bringt, keinen zusätzlichen Schutz gegen das Sniffen in unsicheren Netzwerke, was erste Zweifel am Sinn des Gesetzesentwurfs wecken sollte.

Schlimmer jedoch: einmal mehr soll es den Betreibern angelastet werden, Verantwortung für Nutzer zu übernehmen. es sollte jedoch Sache des Users sein, den Verstand soweit einzusetzen, um Bank-Transaktionen, Onlineshopping und ähnliche sicherheitskritische Anwendungen über einen Netzzugang vorzunehmen, von dem er weiss, dass er sicher ist: und nicht über offene freie Wlan - Hotspots, wo durch sinnlose Gesetze eine trügerische Sicherheit vorgegaukelt werden soll, die in der Praxis häufig nicht existiert.

So wird der Gesetzesentwurf wohl allenfalls als weiterer Schritt zur leichteren Kriminalisierung der Betreiber offener Hotspots sein. Initiativen zur Förderung der offenen Netzzugänge wurden zwar bereits von ISPs gestartet, ihre Nutzung wird jedoch in schöner Regelmäßigkeit kriminalisiert.

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