US-Börsenhacker nutzt Schwachstelle aus: darf Gewinne behalten

gullinews am Dienstag, 19.02.2008 10:48 Uhr

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:Newsletter

Der Ukrainer Oleksandr Dorozhko hat fast 300.000 US-Dollar damit verdient, auf den fallenden Kurs einer Aktie zu setzen. Er hatte sich zuvor in den Rechner des entsprechenden Unternehmens gehackt und vor der öffentlichen Bekanntgabe in Erfahrung gebracht, welche Umsatzerwartung man ankündigen würde. Legal erworbene Insiderinformationen dürfen nach US-Recht nicht zum eigenen Vorteil benutzt werden, der Gebrauch illegal erworbener Daten steht in den USA aber bis dato nicht unter Strafe.

Derzeit streiten sich die Richter darüber, ob der Ukrainer tatsächlich seine illegal erzielten Gewinne behalten darf. Anstatt ihn wegen des Computermissbrauchs anzuklagen, versucht man ihn wegen der Verwendung von Insiderinformationen zu belangen. Exakt 296.456 US-Dollar hat Herr Dorozhko binnen eines Tages umgesetzt, indem er eine Stunde vor der Veröffentlichung der katastrophalen Umsatzzahlen des Unternehmens IMS Health Inc. auf dessen sinkenden Aktienkurs setzte. Die örtliche Börsenaufsicht (S.E.C.) fror seine Gewinne sofort ein. Diese Woche findet in New York eine weitere Anhörung statt. In dessen Verlauf soll festgelegt werden, ob die Gelder wegen der bestehenden Gesetzeslücke tatsächlich beschlagnahmt bleiben. In erster Instanz hatte die S.E.C. gegen den russischen Spekulanten verloren. Die Börsenaufsicht soll ihrerseits nach Aussage der Richterin versuchen zu beweisen, Korozhko habe die Infos von einem Insider erhalten, was tatsächlich strafbar wäre. Stattdessen wurde bekannt, dass sich jemand im Oktober 2007 Zugang zu einem Computer verschafft hat, auf dem die miserablen Umsatzerwartungen von IMS Health gespeichert waren.

Selbst wenn die S.E.C. in der nächsten Instanz gewinnen sollte: Der Spekulant samt seiner Gelder werden sich aller Voraussicht nach so schnell wie möglich in die Heimat absetzen. Damit wäre er und alle Finanzmittel für die langen Arme der US-Justiz auf immer und ewig verloren.(Via nytimes & techDirt)

Bookmark and Share

 
10 Reaktionen aus dem gulli:Board

CCS am 23.02.2008 09:56:15:
Nice :D Aber eins check ich nich...wieso setzt der auf ne Aktie und macht Gewinn nach der Bekanntgabe von schlechten Umsatzzahlen? Sind schlechte Umsatzzahlen nicht normalerweise eher schlecht für nen Aktienkurs? Call - [...

am 11.03.2008 16:41:57:
Die lücke wurde gut ausgenutzt... aber warum findet ihr das alle so geil?*kopfschüttel* find sowas überhauptnicht unterstützenswert.:dozey:...

Dr.G0nzo am 11.03.2008 16:48:27:
Kleiner Fisch :) Möchte nicht wissen, wieviel Bin Laden so am 11.09 verdient hat....

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:NewsletterSeitenanfang

Suche

Verwandte News

Arbeitslosigkeit: Lieber cyberkriminell statt arm
Botnetz-Teenie: US-Militärrechner zu Spamschleudern - nach Geständnis droht Knast
NSA: US-Geheimdienst darf andere US-Dienste ausschnüffeln
Scientology-Hacker: Startet eure DDoS-Tools!