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28. April 2008

Urbane Goldsucher Japaner gewinnen Rohstoffe aus Elektronikschrott

In Japan geht ein neuer Trend um. Aus weggeworfenem Elektronikschrott, zum Beispiel alten Handys, werden wertvolle Rohstoffe gewonnen. Das Vorkommen von Gold in dem Müll soll im Vergleich mittlerweile so viel Rohstoffe zutage fördern wie eine ganze Goldmine. Eine neue Industrie rund um das Recycling ist entstanden.

"Urban Mining" nennt sich das neue Phänomen in Japan. Elektronikschrott wird im Säurebad aufgelöst, um Rohstoffe wie Gold, Silber, Iridium und Kupfer zu gewinnen. Ein lukratives Geschäft, sagt man, vor allem durch den gestiegenen Preis an Rohstoffen. Laut Reuters spricht man inzwischen von einer Wachstumsindustrie, die sich um den hohen Preis der Rohstoffe auf dem Weltmarkt gebildet hat. Die recycleten Rohstoffe werden an Investoren, Schmuckhändler oder auch Computer- oder Mobiltelefonhersteller verkauft, die beispielsweise Gold auf ihren Platinen aufgrund der besseren, physikalischen Eigenschaften verwenden.

Das Recyclingunternehmen Yokohama Metal rechnet vor: Aus einer Tonne Erz aus der Goldmine könnte man lediglich 5 Gramm Gold gewinnen. Aus einer Tonne Mobiltelefonen dagegen könnte man 150 Gramm Gold und mehr schöpfen. Außerdem wären weitere Rohstoffe wie Kupfer, Silber oder andere Metalle in dieser Rechnung noch nicht enthalten.

Man erwartet, dass China demnächst auch mit "Urban Mining" beginnt und zu einer entsprechenden Konkurrenz für die japanischen Recyclingfirmen wird. Momentan importiert man Elektronikschrott aus Indonesien und Singapur, da auf diesem Weg Kosten für die Produktion von Hightech, im Gegensatz zum Import von reinen Rohstoffen, eingespart werden können.

( via Reuters/Yahoo )

  • 5 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Und ob die auf die Säure usw stehen mag ich zu bezweiffeln ... Sie stehen gewiss nicht drauf, werden aber nicht lange gefragt. In Afrika, Indien, Indonesien zerlegen ganze Heerschaaren von Kindersklaven unseren E-Müll - und von dem Erlös kaufen sie sich noch mehr Schrott und töten sich und die Umwelt. Das ist wirklich nichts Neues, erst vor wenigen Wochen liefen ein paar Dokus zu diesem Thema.

    ludwighagen am 28.04.2008 23:29
  • Das ist vor allem bei Prozessoren nichts Neues. Gerade die alten wie 68000 oder die Intel 8080 bis ca. 386 sind wahre Goldgruben im wahrsten Sinne des Wortes. Wer schon mal die Bilder gesehen hat wo das Die mit goldfarbenen Drähten angeschlossen ist, das ist echtes Gold. Es korrodiert nicht und ist ein recht guter Leiter.

    Schutti am 30.04.2008 06:34
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