gullinews am Dienstag, 16.10.2007 17:02 Uhr
Zwei zentrale Punkte stellt Felten heraus: zum einen wird Filesharing dadurch revolutioniert, dass man in Zeiten wachsender Musiksammlungen immer weniger Kontakte braucht, um an neues Material zu kommen. Anstatt aus unbekannten Quellen unter dem auch in Zukunft bestehenden Risiko zu laden, erwischt zu werden, sieht Felten einen Siegeszug der Kleingruppen kommen: man tauscht nur noch mit Freunden.
Ein Effekt, den man heute bereits im Bereich der portablen Massenspeicher beobachten kann und der in Zukunft enorm wachsen wird. Bereits heute ist es im Freundeskreis üblich bis normal, dass man sich gelegentlich besucht und dabei die Wechselfestplatte einpackt: die Datentransferrate einer Terabyte-Platte auf einem Autorücksitz ist auch mit schnellen DSL-Leitungen noch kaum zu schlagen.
Die zweite Folge: das Angebot an Musik wird vollends überwältigend. Dem interessierten User steht, wenn er das will, mit wenig Aufwand so viel Material zur Verfügung, dass er es im Prinzip nie komplett in Ruhe anhören wird.
"Die Kluft zwischen der Zahl der Songs, die man vielleicht anhören will und denen, für die man einen Dollar hinlegt, wächst noch weiter. In einer Welt des unendlichen Speicherplatz wird man in der Lage sein, eine riesige Menge an Musik mit sich herumzutragen, die potentiell interessant ist, aber aktuell für einen selbst eben keinen Dollar (oder selbst 10 Cent) wert ist."
Diese Zeit ist nicht weit entfernt: durch simple Extrapolation des Mooreschen Gesetzes prognostiziert Felten den Eintritt dieser Zustände für irgendwann zwischen 2011 und 2017. Vermutlich eher 2011 als 2017, mag man hinzufügen, passt auf eine Terabyteplatte bereits mehr Musik, als man in einem Jahr anhören kann.
Bis dahin dürften aber auch Dienste wie Push!Music verfügbar sein - und Feltens Rat an die Musikindustrie sollte wohl befolgt werden: "Will we see new legal structures? New business models? Or new public attitudes? Something has to change." Denn Potential hat das Prinzip allemal. Man stelle sich vor: man wird viel leichter und schneller als heutzutage auf eine Vielfalt von Musik gestoßen, die einem zusagt. Und zu deren Interpreten man naturgemäß einen intensiveren Bezug aufbaut als zur Plastikmucke aus den Charts. Wer weiß - vielleicht steigt genau durch diese erleichterte Auswahl die Bereitschaft der Hörer, von ihren favorisierten Interpreten auch Musik, Konzerttickets oder was auch immer zu kaufen?
| 20 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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Killer-Plautze am 17.10.2007 08:07:16: |
Maledictvm am 17.10.2007 08:11:47: |
Atheist-666 am 22.10.2007 16:39:48: |