"Vorratsdatenspeicherung goes United Kingdom" wäre wohl die treffendste Formulierung für das heute in Großbritannien in Kraft tretende Gesetz, welches die Internet Service Provider (ISPs) zum Speichern verpflichtet.
Für 12 Monate sind die ISPs nun verpflichtet, Details zum E-Mail- sowie VoIP-Datenverkehr zu speichern, alles zum Wohle des Volkes. Die Daten sollen den Ermittlungsbehörden schließlich helfen, bei kriminellen Aktionen schneller an die Täter zu gelangen. Gespeichert werden sollen das Datum, die Uhrzeit, Dauer sowie die Empfänger bei E-Mail und VoIP-Telefonaten. Dabei ist diese Richtlinie keinesfalls völlig neu, sondern stellt lediglich die Erweiterung zu einer bereits Vorhandenen dar. In der ursprünglichen Fassung waren jedoch "lediglich" die regulären Telekommunikationsanbieter verpflichtet, die Verbindungsdaten ihrer Kunden zu speichern.
Die Richtlinie geht als ein Erzeugnis von den Bombenanschlägen im Juli 2005 hervor, nachdem das Europäische Parlament erklärte, man müsse bessere Maßnahmen im Bezug auf die Speicherung von Telekommunikationsdaten entwickeln und umsetzen.
"Zu wissen, wann jemand eine E-Mail oder ein VoIP-Telefonat geführt hat, wer angemailt oder angerufen wurde, stellt eine sehr detailreiche Information dar. Diese Regelung setzt diese Informationen einer großen Menge an öffentlichen Einrichtungen aus", so Sam Parr, ein Rechtsanwalt, der sich auf Datenschutz spezialisiert hat, gegenüber dem Guardian. In Großbritannien gehen indes dieselben Befürchtungen durch die Bevölkerung wie auch hierzulande. Viele befürchten eine Verletzung der Privatsphäre in noch größerem Ausmaße, als dies bisher der Fall war. (Firebird77)
(via guardian, thx!)
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gullinews am 06.04.2009 10:47:10: |