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26. Juni 2008

UK Pläne zur Durchleuchtung aller Zuggäste ad acta gelegt

Die Polizei hatte ein Einsehen: Die ursprünglich geplante Installation von Durchleuchtungsgeräten an allen U-Bahn-Stationen und Bahnhöfen will man wegen des befürchteten Widerstands der Reisenden fallen lassen. Lediglich eine Handvoll Geräte, die ähnlich wie am Flughafen das Gepäck der Personen durchleuchten und analysieren, sollen in London und in wenigen anderen Städten installiert werden. Das Verfahren hätte zur Rushhour sonst zu einem völligen Chaos und nicht zuletzt zu einem täglichen Volksaufstand geführt.

Ein Versuch zeigte, dass die Kontrolle aller Gepäckstücke wegen des dadurch entstehenden Staus völlig unpraktisch und undurchführbar war. Zudem bringt man so die Wartenden sehr erfolgreich gegen sich auf.

Die Öffentlichkeit würde solche Wartezeiten nicht tolerieren, zudem sei es mit der Privatsphäre dahin, so Transportminister Tom Harris. Auch wenn er sich lückenlose Kontrollen durch Hunde und technische Geräte wünschen würde, ein solches Vorhaben ist schlichtweg nicht durchführbar. Die Tests wurden aufgrund der Selbstmordanschläge vor drei Jahren initiiert, in dessen Verlauf 52 Personen starben. An fünf Stationen wurde über sechs Monate hinweg geprüft, ob ein flächendeckender Check des Gepäcks durchführbar wäre. Grundsätzlich wären die Reisenden meist verständnisvoll und würden die Sicherheitsmaßnahmen unterstützen, so ein Sprecher der Polizei. Nun will man primär Hunde einsetzen, die gefährliche Stoffe in den Koffern und Taschen erschnüffeln sollen. Wenn diese anschlagen, werden die Passagiere aus der Masse heraus in ein Zimmer geführt, wo deren Gepäck durchleuchtet und im Fall der Fälle von Hand kontrolliert wird. Man hofft so, die Gefahren eindämmen zu können, ohne die Massen bei ihrem Transport aufzuhalten. Waterloo soll den Anfang machen, die tierischen Schnüffelkommandos sollen aber reihum gehen.

xray, bag, UKWie uns Nino Leitners Film eindrucksvoll gezeigt hat, bringt die ganze Überwachungsmaschinerie in Großbritannien nichts außer jede Menge Kosten, die alleine von den Gemeinden getragen werden müssen. Wer einen Selbstmordanschlag durchführen will, wird auf explosive Stoffe zurückgreifen, die die Hunde nicht als solche erkennen können. Oder derjenige wartet ab, bis das Einsatzkommando zur nächsten Station abkommandiert wurde. Solche Attentate bei dem täglichen Durchlauf an Pendlern zu verhindern ist völlig unmöglich.

(via guardian.co.uk & boing boing - bild via thinkgeek.com, thx!

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