Bereits vor über drei Jahren nahm die Stadt Bath die ersten zehn Signalempfänger in Betrieb und seither wurden kontinuierlich Daten gesammelt und ausgewertet.
Diese werden im Rahmen des Projekts "Cityware" verwendet, bei dem analysiert werden soll, wie sich Menschen in einer Stadt bewegen.
Der Haken an der Sache ist lediglich der, dass die Menschen nicht darüber informiert wurden, dass man in dieser Stadt deren Bewegungen aufzeichnen würde. Dabei zeichnete man jedwedes empfangbares Bluetooth-Signal auf, wie es beispielsweise von Handys oder Laptops gesendet wird, ohne dass man die Betroffenen je nach deren Erlaubnis gefragt hätte. Die Universität von Bath, die die Studie durchführt, gab an, dass man aus den Bewegungsanalysen keinesfalls Rückschlüsse auf die Identität der erfassten Personen ziehen könnte. Eamonn O'Neill, der Leiter des Projekts, versteht die Probleme indes überhaupt nicht: "Es ist nicht Ziel der Studie Einzelne zu erfassen, weder mit Bluetooth noch mit sonst einer Technologie. Wir interessieren uns nur für das Bewegungsverhalten von Besuchern im Gesamten. Die Behauptung, dass Behörden dies als Überwachungstechnik einsetzen wollen, ist lächerlich!" Experten widersprechen diesen Argumenten und hielten fest, dass mit Bluetooth-Signalen sehr wohl eine Identifizierung einer einzelnen Person möglich sei, da jedes Bluetooth-Signal einen individuellen Code beinhalte. Der britische Information Commissioner forderte die Öffentlichkeit auf, sich mehrmals zu überlegen, ob sie ihre Bluetooth-Geräte in Bath einschalten wollen. Des Weiteren würde die Regierung die Sache jetzt beobachten. Simon Davos, Direktor von Privacy International, ist entsetzt über das Vorgehen in Bath: "Dies ist wieder einmal ein Beispiel für eine falsche Nutzung von Technologien. Die Tatsache, dass die Universität von Bath keine Verletzung der Privatsphäre sieht, zeichnet ein erschreckendes Bild von deren Missachtung gegenüber den Verbraucherrechten. Wenn die Technologie wirklich so sicher ist, wie sie es behaupten, dann sollten sie alle technischen Daten offenlegen und die Menschen informieren, bevor diese aufgezeichnet werden. Diese Technik kann durchaus die Überwachungstechnik der Mobilfunk-Industrie werden. Es braucht nicht viel, um das System anzupassen, so dass ein Überwachungssystem entsteht, welches wir nicht kontrollieren können."
Weltweit sind rund 1.000 gemeldete Scanner im Einsatz, die ihre Daten regelmäßig an die Universität senden. In Bath alleine werden täglich 3.000 Personen erfasst. Bislang wurden weltweit 250.000 Personen mithilfe der Software kontrolliert. Neben Bath finden solche gemeldeten Scanner Anwendung in Hongkong, San Diego, Australien, Singapur, Toronto und Berlin.(Firebird77)
(via guardian, thx! Bild: Schall & Rauch Blog, thx!)
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20hz am 22.07.2008 02:28:24: |
Project_2501 am 22.07.2008 13:51:40: |
Falloutboy666 am 30.01.2009 15:51:43: |