Der jüngste Report der Biometrics Assurance Group (BAG) offenbart die vermeintliche Katastrophe aller Überwachungsfanatiker, da er aufzeigt, was man scheinbar im Vorfeld nicht wahrhaben wollte. Nicht alle Menschen können Fingerabdrücke abgeben. Der Report verdeutlicht aber insbesondere die Ausmaße des Problems.
Rund 4 Millionen Menschen im UK sind über 75 Jahre alt. Ein Alter, ab dem Fingerabdrücke nur noch mit minderer Qualität - wenn überhaupt - genommen werden können. Der Bericht bringt die Problematik dabei klar zu Papier: "Die Behandlung von Ausnahmen bedarf eines immensen Aufwandes in puncto Technik, aber insbesondere bei der Planung sowie den Kosten." Um diesen "immensen" Aufwand etwas einzuschränken, riet man dem Identity & Passport Service (IPS) schließlich, einfach auf Scans der Retina zurückzugreifen. Quasi eine Ausweichlösung für Situationen, in denen Menschen zu "Ausnahmen" werden. Die Führungsetage beim IPS schien über diese zusätzlichen Kosten wenig begeistert, weshalb man jetzt nach einem Anbieter mit "günstigeren" Lösungen sucht. Über etwaige Probleme, die Fingerabdrücke in unterschiedlicher Qualität dabei verursachen könnten, sieht man getrost hinweg. Kontrolle mit Fingerabdrücken - nicht um jeden Preis, aber trotzdem unbedingt.
Die Ursache, wieso man unbedingt Fingerabdrücke will, liegt in der Vergangenheit. Bereits 2007 haben zahlreiche Bibliotheken und Schulen angefangen, einen Scan der Fingerabdrücke zum Öffnen von Türen oder zum Bestätigen einer Buchausleihe zu nutzen. Das System wurde dabei - selbstverständlich - als unfehlbar dargestellt. Ein Irrtum, den man jetzt nicht zugeben will.
(via theregister thx!)
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Project_2501 am 12.07.2008 06:09:02: |
Hollii am 12.07.2008 06:33:55: |
Musicnapper am 12.07.2008 17:24:23: |