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31. Oktober 2006
Überwachungsgesellschaft Wir leben mittendrinAm 2. und 3. November findet in London die 28. internationale Konferenz der Datenschutzbeauftragten statt. Das Programm steht unter dem Motto "Überwachungsgesellschaft?", das Fragezeichen ist jedoch reiner Euphemismus. Wir befinden uns nicht auf dem Weg zur Überwachungsgewsellschaft, sondern sind bereits mittendrin. Entsprechend wird der Ausrichtungsort London in der Einladung als passend betrachtet: in einem Land mit 4 Millionen Überwachungskameras, in einer Stadt, die ihre Bürger im Auto, zu Fuß und in der U-Bahn überwachen kann, ist der Kongress duchaus gut aufgehoben. "Es ist unsinnig, von der Überwachungsgesellschaft im Futur zu sprechen, denn wir leben bereits mittendrin. In allen wohlhabenderen Länder dieser Erde gehört Überwachung zum Alltag – und zwar nicht nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, sondern rund um die Uhr. beginnt der Bericht, der wissenschaftlich analysiert, wie sich die ausbreitende Überwachungs- und Datenerfassungstechnik im staatlichen wie auch im wirtschaftlichen Bereich unsere Lebenswelt verändert. Anschaulicher der Bericht zur öffentlichen Diskussion: Abwechselnd werden Dystopien der Überwachungsgesellschaft geschildert, die man - optimistisch? - ins Jahr 2016 verlegt hat. Die Techniken, die beschrieben werden - DNA-Tests, Videoerkennung, Vernetzung von Polizei, Geheimdiensten und ihr Zugriff auf sämtliche Kommunikationskanäle, elektronische Erfassung und Überwachung von Schulkindern, Alten, Kranken, Straffälligen - oder die Trends in Politik, Wirtschaft und Verwaltung hin zur Privatisierung staatlicher Aufgaben sind bereits verfügbar und finden statt. Die Datenschützer rechnen - ebenfalls optimistischerweise? - indessen mit einer Gegenbewegung: Kameras würden vermehrt zum Ziel der Sabotage, Aktivisten werden öffentliche Überwachungs-Infdrastruktur abmontieren oder zerstören. "Unterwachungstechnologie" nennen sie die kommenden technischen Helferlein, mit denen sich manche Technik überlisten oder ausschalten läßt - Störsender für RFID-Chipleser beispielsweise. Aber auch mit den Aktivisten am anderen Ende der Skala wird gerechnet: Adresslisten im Netz mit mutmaßlichen oder echten Straftätern oder der "Überwachung in Selbstjustiz". Verwandte News
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