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30. Juli 2007
Totalprotokollierung der Telekommunikation 5.000 Vollmachten gegen die VorratsdatenspeicherungDer Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung meldet heute den Eingang der 5.000sten schriftlichen Vollmacht zur Erhebung einer Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung. Waschkörbeweise seien die Vollmachten eingegangen, der größten Überwachungsmaßnahme in Deutschland will man so die größte Verfassungsbeschwerde der Republik entgegensetzen. "Frau Zypries will vorsorglich Informationen über unsere Telefonate, Bewegungen und Internetnutzung sammeln lassen für den Fall, dass wir zu Verbrechern werden. Wir sammeln vorsorglich Beschwerdeführer für den Fall, dass SPD und Union dieses verfassungswidrige Vorhaben tatsächlich umsetzen sollten. Wenn die Koalition unzählige Menschen bespitzeln lassen will, dann werden sich auch unzählige Menschen in Karlsruhe dagegen zur Wehr setzen." Politikwissenschaftler Ralf Bendrath vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Wenn die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland wie geplant dieses Jahr beschlossen wird, wird die Verfassungsbeschwerde eingereicht. Begründet wird die Beschwerde unter anderem mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2003, in der es heißt:
"Insofern genügt es verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht, dass die Erfassung der Verbindungsdaten allgemein der Strafverfolgung dient. Vorausgesetzt sind vielmehr eine Straftat von erheblicher Bedeutung, ein konkreter Tatverdacht und eine hinreichend sichere Tatsachenbasis [...]." Gegen diese verfassungsrechtlichen Vorgaben zur Gewährleistung der Verhältnismäßigkeit verstoße eine Vorratsprotokollierung des Telekommunikationsverhaltens der gesamten Bevölkerung eklatant, so die Beschwerdeschrift. Schon kurz nach dem Start der Aktion hatten sich über 6.000 Personen der Sammelklage gegen die Verbindungsdatenspeicherung angeschlossen. Inzwischen unterschrieben 16.000 Bürger im Netz. Mit den nun gesammelten Vollmachten ist bewiesen, dass die Menschen bereit sind, auch über das Ausfüllen einer Online-Protestnote für ihre Grundrechte einzustehen. Nach wie vor kann an der Aktion teilgenommen werden. Bevor man sich die Juristisch spielt es kein Rolle, von wieviele Personen die Beschwerde eingereicht wird. Dass hier eine Regierung gegen den Willen der Regierten Grundrechte beschneiden und einen Überwachungsstaat etablieren will, wird jedoch um so deutlicher, desto mehr Menschen selbst die Verfassungsbeschwerde mittragen. Verwandte News
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