gulli: TOR: Provider OVH mag keine TOR-Exit-Nodes

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20. August 2008

TOR Provider OVH mag keine TOR-Exit-Nodes

Der Hosting-Provider OVH schaltete die Server der German Privacy Foundation (GPF) und der Humanistischen Union (HU) sowie weiterer Organisationen und Einzelpersonen unter möglicherweise vorgeschobenen Gründen ab.

Die German Privacy Foundation e. V. betreibt derzeit drei leistungsfähige TOR-Nodes, zwei Mixmaster Remailer und einen I2P-Knoten. Mitglieder des Vereins betreiben weitere Server in eigener Verantwortung mit Unterstützung der GPF e. V. Ein weiterer der vereinseigenen TOR-Server wurde nun mit wechselnden

Begründungen abgeschaltet; das bisher bezahlte Geld will der Provider behalten.

Die Begründungen gegenüber der GPF wirken befremdlich. Die GPF betreibt auf ihrem Mietserver ausschließlich einen TOR-Exit-Node. Zunächst wurde von einem "Notfalleingriff" gesprochen, weil angeblich von dem Server ein "Hackerangriff" ausgegangen sei. Kurz darauf erklärte OVH, der Account sei abgelaufen, obwohl der Server im Voraus bis November bezahlt ist.

Nur wenige Tage später wurde die GPF beschuldigt, via BitTorrent illegal ein Computerspiel angeboten zu haben. Daher habe man den Server komplett gesperrt. Die bereits bezahlten Beträge will OVH mit Berufung auf ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht zurück bezahlen, denn man habe ja gegen eben diese AGB verstoßen. Man lässt zwar den Server weiter laufen, berechnet ihn auch voll, aber die Betreiber dürften nicht mehr darauf zugreifen.

Die GPF hat nach Aussage ihres Vorstandsvorsitzenden, Burkhard Schröder, gar kein Interesse daran, BitTorrent zu unterstützen. Dies werde auf dem Server auch durch Blockade der einschlägigen Ports weitgehend durchgesetzt. Allerdings bestehe die Möglichkeit, auch andere Ports zu verwenden.

Der Wunsch, dann eben einen anderen Server zu mieten und den bisher bezahlten Betrag dafür einzusetzen, lehnte OVH mit Berufung auf den AGB-Verstoß ebenfalls ab. Für den Fall, dass OVH nicht einlenkt, erwägt die GPF nun eine Klage, um wenigstens das Geld für den Server zurückzubekommen.

Erst im Nachhinein wurde mehr gemunkelt als wirklich bekannt gegeben, dass OVH generell keine Anonymisierungsdienste in seinem Netzwerk mag. Das hätte man natürlich auch einfach offen sagen und in die AGB schreiben können. Aber manche mögen es wohl umständlich. Politische Gründe schließt die GPF jedenfalls aus; dem Provider sei wohl einfach der Traffic zu hoch geworden. (Atari-Frosch)

via forum.ovh.de,thx!

  • Das ist ja, das Problem. Die Provider versprechen/lügen potentiellen Kunden das blaue vom Himmel. Danach kommt oft das böse Erwachen. Macht man dann öffentlich eine präventive Webseite über Provider, in der über die Haltung und Einschränkungen, und was einem sonst noch so übles erwarten könnte, berichtet wird. Hagelt es Abmahnungen und Klagen, bis die Seite geschlossen werden muss, und irgend ein Fiesling die Domain gerichtlich auf sich ...

  • Zitat: Zitat von xzeNji  Ich denke da steckt evtl. doch noch mehr hinter!... Wer weiss... Natürlich steckt da sicher mehr dahinter, nachdem die Herren und Damen von der Unterhaltungsindustrie Klagen erhalten haben und auch schon Anfragen mit Sicherheit von Behörden wegen Tor und dergleichen, haben Sie eben die gunst der Stunde genutzt um alles was "grau" ist aus dem System zu nehmen.

    betauser2 am 21.08.2008 17:57
  • Ich schätze, dass es eher um Kosten ging. Kunden die TOR verwenden dürften nicht interessant sein, da OVH bei den billigen Servern wahrscheinlich recht schnell drauflegt.

    Octeron am 21.08.2008 18:20
  • Zitat: Zitat von GFXman  Das ist ja, das Problem. Die Provider versprechen/lügen potentiellen Kunden das blaue vom Himmel. Danach kommt oft das böse Erwachen. ich sehe da kein problem... ist alles klar in de AGB geregelt und wenn über den server hacks oder andere illegalitäten laufen, auch wenn das von tor ausgeht, ist das ein grund die maschine vom netz zu nehmen und sogar den vertrag fristlos zu ...

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