In einem offenen Brief, welcher morgen in der Frankfurter Allgemeinen, der Süddeutschen Zeitung und der tageszeitung erscheint, bitten die Rechteverwerter mit Unterstützung etablierter deutscher Musiker und Prominenter die Kanzlerin um Unterstützung, einen Weg gegen die "Missachtung" ihres Rechts "auf einen angemessenen Schutz (ihrer) Werke" zu finden. Als Vorbild werden hierbei die "beispielhaften Initiativen" von Frankreich und England genannt.
Der Brief, welcher auf musikmarkt.de ohne die changierenden Schriftgrößen des Originals wesentlich lesbarer ist, wurde von 200, zum Teil prominenten, Unterstützern gezeichnet. Darunter: Herbert Grönemeyer, Ralph Siegel, Tokio Hotel und Sasha, aber auch der als links-progressiv geltende ehemalige Freundeskreis-Frontmann Max Herre, Buchautorin Amelie Fried, Schauspieler Til Schweiger, Regisseur Sönke Wortmann sowie die TV-Show-Moderatorin Barbara Schöneberger.
Im Präsentieren eines Lösungswegs aus ihrem Dilemma bleiben die Kultur(ver)treibenden konturlos: Ein nicht näher benannter staatlicher Weg, welcher sowohl die Rechte am geistigen Eigentum als auch den Datenschutz berücksichtige, müsse "zum fairen Ausgleich der Interessen aller Beteiligten" gefunden werden.
Etwas deutlicher wird das konkrete Anliegen, wenn man zwischen den Zeilen liest: In einem Halbsatz wird vorgeschlagen, sich die Anti-Piraterie-Politik von Großbritannien und Frankreich zum Vorbild zu nehmen. In beiden Ländern wird diskutiert, die Internetanschlüsse von Benutzern, die wiederholt beim Filesharing erwischt werden, zu kappen. In Frankreich ist zudem die Entwicklung von Software verboten, die für Urheberrechtverletzungen verwendet werden kann. Es seien dementsprechend "viele politische und rechtliche Hürden zu überwinden", so der Aufruf.
Unerwähnt in dem Brief bleibt, dass ein getauschtes Musikstück im MP3-Format keineswegs zwingend eines ist, dass auch verkauft worden wäre, denn Filesharing hat bei technisch versierten Musikliebhabern auch und vor allem das Probehören im Laden ersetzt. Ebenso wenig berücksichtigt wird, dass Musik- und Filmindustrie mit dem frisch beschlossenen Auskunftsanspruch gegenüber ISPs in Verbindung mit der Vorratsdatenspeicherung bereits ein weit reichendes Instrumentarium gegen "Piraterie" zur Verfügung steht. Über deren Grundgesetzwidrigkeit sind sich Datenschützer und viele Bürger einig. Es fällt schwer, sich darüber hinaus gehende Maßnahmen vorzustellen, die noch gefordert werden könnten und durch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gedeckt sind.
Ebenfalls nicht erwähnt werden an die technische Entwicklung angepasste Ideen wie die Kulturflatrate, die von Initiativen wie fairsharing bereits seit Jahren gefordert werden und über die selbst ein Milliardenkonzern wie Warner nachdenkt.
Insgesamt verbleibt beim Lesen des Briefes ein fader Nachgeschmack: Während man sich oberflächlich jovial gibt und Kompromissbereitschaft zu signalisieren vorgibt, kommen doch auf den zweiten Blick die alten Reflexe zum Vorschein: Nein, es sind nicht der technische Lauf der Dinge, überteuerte Preise, schlechte Produkte, die eigene Unflexibilität den Internetmarkt zu besetzen und der lange Zeit forcierte DRM-Wahnsinn, welche die Einnahmen schrumpfen lassen. Einzig und allein der bösartige User trägt Schuld an der Misere. Und natürlich: Der Musiknachwuchs leidet am meisten. Seltsamerweise scheint sich aber mittlerweile gerade bei den kleineren Labels und Bands die Erkenntnis durchzusetzen, dass man mit loyalen Fans und begeisternden Konzerten durchaus überleben kann. Damit kann man freilich nicht die Betonköpfe an den Konzernspitzen finanzieren. Mal ganz abgesehen von ganzseitigen Anzeigen in überregionalen Tageszeitungen.
Blogger Rene von nerdcore.de appelliert dann auch in seinem lesenswerten Antwortbrief an einen eventuell vorhandenen Rest von Vernunft und Realitätssinn bei den Verantwortlichen:
"Restlos alle ihre Bemühungen, Internet-Piraterie zu unterbinden sind gescheitert und werden weiterhin scheitern. Hören Sie endlich auf, sich in Ihrer beknackten Opferrolle heimisch zu fühlen und gleichzeitig zu behaupten, die Zahlen der P2P-Nutzer würde sinken. Denn es stimmt nicht. Monetarisieren Sie endlich die vorhandene, funktionierende und vor allem einfache Technologie und machen Sie Schluß mit ihren Bemühungen, den Nutzern umständliche, proprietäre und indiskutable Lösungen zu präsentieren. Es tut mir ja leid, dass die Zeiten vorbei sind, als Sie darüber bestimmten, wie und wann Musik gehört wurde. Get over it."
(Autor: fraencko)
(Via Nerdcore Blog & Heise, thx)
Tokio Hotel ist dabei. Um es mal mit den Worten von Thomas Doll zu sagen: Zitat: Da lach ich mir den Arsch ab Diese drittklassige Ansammlung pickliger, pubertierender Rotzgören, die ohne Internet, moderne Formen der Massenverarschung und die Content-Industrie nur diejenigen wären denen man auf dem Schulhof das Pausenbrot klaut.
bei ClipInc ist Tokio Hotel direkt in der Hate-List und wird erst gar nicht auf die Festplatte gepackt Die Software zeichnet Musik aus dem Internetradio auf (außer Tokio Hotel ). So mache ich das Hab keine Lust auf Abmahnbriefe. Software hier www.tauschnix.de Zitat: Zitat von psycholoader Immer am heuln die Pussys Ich könnte es vllt unter umständen verstehen wenn sie sich nicht mehr mit ihren ...