gulli: Tobias Huch: 'Ich hab hier ein paar Daten!' im gulli:Interview

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08. Oktober 2008

Tobias Huch 'Ich hab hier ein paar Daten!' im gulliInterview

Gestern berichteten wir über ihn, heute haben wir ihn im gulli:Interview - er stand Frage und Antwort zum Thema Telekomskandal - und kündigte weitere Enthüllungen an.

"Junge, Junge - 17000000 Kundendaten sind T-Mobile entwischt". Das sind sechs Nullen hinter der Siebzehn. Ich finde es ehrlich gesagt befremdlich, dass die Telekom bereits versichert, dass die Daten nicht gekauft worden wären, obwohl sie noch nicht einmal den zuständigen Datendieb erwischt haben. Man könnte langsam eine Tageszeitung eröffnen, die ausschließlich mit Datenpannen-Berichterstattung befüllt wird." - so beginnt ein Kollege aus unserer Redaktion seinen Artikel. "Entschuldigung, Sie haben da was verloren". Die Aussage ist nicht von der Hand zu weisen, denn eine Tageszeitung könnte sicherlich genug berichten, gäbe sie es, wie im Zitat angedeutet. Andere fragen nach dem Hintergrund des Skandals. Wir haben versucht den Vorhang zu lüften, um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Ruben Brückner: Im Sommer 2006 haben Sie mit einem Österreicher Kontakt gehabt, welcher Ihnen einen 50/50-Vermarktungsdeal vorschlug. Fiel Ihnen damals schon vor dem Deal etwas Merkwürdiges auf?

Tobias Huch: Eigentlich nicht. Der Österreicher war Anbieter von Partnerprogrammen und somit war seine Erklärung sehr schlüssig. Er redete von ein paar Millionen Volldatensätzen. Erst als ich die Daten dann vor mir liegen hatte, wusste ich, dass hier etwas nicht stimmen konnte.

Ruben Brückner: Sie sprechen von Volldatensätzen. Welche Daten enthalten solche Datensätze denn normalerweise?

Tobias Huch: Anschrift (Name, Adresse) sowie eine eMail-Adresse.

Ruben Brückner: Waren es denn ein paar Millionen Volldatensätze?

Tobias Huch: Nein. Mit eMail-Adresse waren es wohl ca. 500.000 Datensätze. Aber das spielte zu dem Zeitpunkt keine Rolle mehr, da ich sofort meine Anwälte informiert habe.

Ruben Brückner: Wie sind sie dann mit ihren Anwälten vorgegangen? Gab es einen Weg, sich rechtlich und glaubwürdig abzusichern?

Tobias Huch: Jegliche Kommunikation lief daraufhin über einen meiner Anwälte. Auch bei dem Besuch der Zentrale von T-Mobile in Bonn war mein Anwalt anwesend.

Ruben Brückner: Der Besuch, den Sie T-Mobile abstatteten, leitete jedoch keinerlei Ermittlungen ein? Wie reagierte man in Bonn stattdessen auf ihre Kontaktaufnahme?

Tobias Huch: Laut DTAG ermittelte zu dem Zeitpunkt die Staatsanwaltschaft und ich erklärte sofort, dass ich jederzeit den Ermittlungsbehörden zur Verfügung stehe. Gemeldet hat sich dann leider keiner.

Ruben Brückner: ... 2 Jahre lang. Mittlerweile haben Sie noch immer nichts von irgendeiner Ermittlungsbehörde gehört? Lässt das nicht an der Richtigkeit der Aussage der DTAG zweifeln?

Tobias Huch: Auch bisher habe ich nichts von Ermittlungsbehörden gehört. Ich will auch nicht an den Aussagen der DTAG zweifeln. Manchmal ticken Behörden anders, als man es sich als Mensch der Privatwirtschaft denkt oder wünscht.

Ruben Brückner: Ist es damals für Sie nicht in Frage gekommen, sich an die Presse zu wenden?

Tobias Huch: Nein, da dies die Aufgabe der DTAG war und dies die Ermittlungen hätte behindern können.

Ruben Brückner: ... was erklärt, dass Sie damit nun in die Öffentlichkeit gehen. Halten Sie es für möglich, dass die Telekom-Datenbank - nicht unbedingt durch Sie sondern überhaupt - bereits 2006 in den weiteren Umlauf gebracht wurde? Andere Abnehmer hätte der Anrufer aus Österreich doch sicher gefunden.

Tobias Huch: Das kann gut sein. Jedoch wird jeder, der nur einen gewissen Rest-IQ hat, die Finger von solchen Daten lassen. Hoffe ich zumindest.

Ruben Brückner: Erst benachrichtigen Sie die Deutsche Telekom AG, Sie werden aufgefordert, die Daten auf ihrem Rechner zu behalten. 2 Jahre lang passiert nichts. Ist dies nicht unzumutbar? Wer hätte in dieser Zeit - außer Ihnen - denn überhaupt für die Sicherheit der Daten garantiert?

Tobias Huch: Das alles ist natürlich nur schwer zumutbar. Ich kann aber versichern: Wir haben das Größtmögliche getan, um die Daten zu sichern.

Ruben Brückner: In der Vergangenheit hat man Ihre Person immer von zwei Seiten gesehen: Einmal der Tobias Huch, welcher sich für Meinungsfreiheit einsetzt, mit Ihren Klagen und Mahnungen zur Zensur und Entfernung von Inhalten wurde dem jedoch ein Tupferl der Unglaubwürdigkeit aufgesetzt. Was macht ihre Geschichte glaubwürdig?

Tobias Huch: Ich habe bisher hunderte Gerichtsverfahren Pro-Meinungsfreiheit begleitet, geführt oder unterstützt. Ich denke nicht, dass eine berechtigte Klage gegen eine anonyme Internet-Seite, auf der ich und andere massiv diffamiert werden, in Widerspruch zu den Zielen der Meinungsfreiheit steht. Auf dieser Seite wurde ein Lügenmärchen veröffentlicht, welches das Ziel hatte, mich massiv in der Öffentlichkeit zu schädigen. Ich kann die Ziele des feigen anonymen Betreibers der Seite nicht erkennen. Entweder hatte diese Person den Sinn meines Scheinprozesses gegen Arcor nicht begriffen, oder es handelt sich um einen Zensurbefürworter, der mit Dreck wirft. Jedem müsste doch klar sein: Lügen spricht man im Schutz der Anonymität aus, die Wahrheit kann offen gesagt werden. Straftaten fallen nicht unter die Meinungsfreiheit. Oder wäre es richtig, Auschwitz-Lügen ins Netz zu setzen?

Die besagte Internetseite ist jedenfalls von ihrem Niveau her im Bereich der Angebote von Neonazis und anderem Gesindel anzusiedeln. Einen Glaubwürdigkeitsnachweis brauche ich wirklich nicht zu führen. Es reicht, dass die Telekom meine Angaben im Wesentlichen bestätigt hat.

Ruben Brückner: Herr Huch, vielen Dank für das spontane Interview!

Am heutigen Tage sieht es ganz so aus, als ob die Ermittlungen um den Diebstahl wieder neu aufgerollt werden: Die Telekom hatte zwar 2006 Anzeige erstattet - Huch wurde jedoch nie von der Staatanwaltschaft kontaktiert, obwohl der Sachverhalt der Telekom bekannt war. Nun drängt diese auf die Wiederaufnahme der Ermittlungen. Personelle Veränderung seitens der Telekom sind zu befürchten. Was aber hat die Damen und Herren dort über all die Monate aufgehalten? (-rbrueckner)

  • Den heise-Artikel habe ich zwar gelesen, mir fällt aber jetzt erst die Information im einleitenden Satz auf: Zitat von heise.de Nachdem der Mainzer Erotik-Unternehmer Tobias Huch sich wegen des jahrelangen Besitzes von über 17 Millionen Kundendaten von T-Mobile an die Presse gewandt hatte... Auf welche Gedanken soll der Leser hier wieder gebracht werden.? Und weiter geht es: erhielt der in dem wieder aufgenommenen Fall als ...

    soricsoon am 14.10.2008 23:04
  • Ghandy schrieb folgendes: Zitat: Immer diese Kleinkriege hier, da könnte ICH kotzen! Ach...manchmal kann das sogar unterhaltsam sein! Sind die Zwei nicht sogar hin- und wieder "herzallerliebst" und so schön naiv! Ich bin manchmal sogar geneigt zu denken: Was sich so neckt, das muss sich doch -laut Sprichwort- eigentlich lieben!? Das geht ja schon über Jahre so (zum Beispiel). Jaja...diese ...

    -B-A-X-T-E-R- am 01.11.2008 18:43
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